In Frankfurt am Main fand sich 1984 im Umfeld von ca. 60 Frauenprojekten der Verein Frauenkulturinitiative e. V. zusammen, dessen Aktivistinnen in der Projektgruppe Frauenkulturhaus 1986 Planungen für ein Kulturzentrum für die Kunst und Kultur von Frauen unternahmen.1Hillmann, Ursula (1989): Ein Frauenkulturhaus in Frankfurt. In: Frankfurter Frauenblatt, Nr. 3, Mai/Juni, S. 34–35.2Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main (Hg.) (2002): Wirsindso*frei. 3 Jahrzehnte neue Frauenbewegung in Frankfurt. 58 Frankfurter Frauenprojekte schlagen den Bogen gestern – heute – morgen. Meilensteine aus Recht und Geschichte der Frankfurter Frauenbewegung. Frankfurt/M., S. 59. Online unter: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/publikationen/frauenreferat/dokumentation-wir-sind-so-frei (Zugriff am 16.08.2021). 1991 öffneten erste Teilbereiche des Frauenkulturhauses Frankfurt am Main im Stadtteil Hausen als Zentrum für Kommunikation, Kreativität, Ausstellungen und Performance.3FitzGibbon, Rosemary (1996): A house and its precarious funding: Rosemary FitzGibbon on the Frauenkulturhaus in Frankfurt. In: Women’s Art Magazine, No. 69, Apr.–May, S. 13.

Geschichte und Gründung

In der Gründungsphase für autonome Frauenprojekte entstanden ab Mitte der 1970er Jahre neben Frauen-, Gesundheits- und Therapiezentren, Schutz- und Bildungseinrichtungen für junge Frauen und Mädchen bis hin zu Erwerbs-, Selbsthilfe- und Wohnprojekten auch eine Vielzahl feministischer Projekte im Kulturbereich. Gemeinsames, politisch übergreifendes Ziel der Aktivistinnen war die Schaffung selbstbestimmter und selbstorganisierter Räume und die Herstellung einer feministisch orientierten Öffentlichkeit, die den unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Identitäten von Frauen Rechnung tragen sollte. Vor allem im urbanen Raum entwickelten sich in der Folge u. a. Frauenbildungseinrichtungen, Frauenzeitschriften und -verlage, Frauenbuchvertriebe und -buchläden, die die feministische Theoriebildungen, Geschlechterforschungen und Literatur aus der neuen Frauenbewegung zugänglich machten und vermittelten.4Doderer, Yvonne P. (2003): Frauen-Stadt-Kulturen. In: IG Kultur Österreich – Interessensgemeinschaft der freien Kulturarbeit, Artikel vom 11.04. Online unter: https://www.igkultur.at/artikel/frauen-stadt-kulturen (Zugriff am 19.08.2021).

Kunst- und Medienprojekte beschäftigten sich zunehmend mit feministischen Inhalten, mit der Rezeption der Werke von Frauen, mit Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen. Die von der neuen Frauenbewegung formulierte Kritik an geschlechtsspezifischen Benachteiligungen und Einschränkungen von Frauen führte zu einer anhaltenden gesellschaftspolitischen Debatte über die Positionierung von Frauen auch in den Bereichen Kunstbetrieb, Kunstmarkt und Kulturwirtschaft. Obwohl in künstlerischen und kulturwissenschaftlichen Ausbildungszweigen überdurchschnittlich vertreten, war der Anteil von Frauen als Produzentinnen, Kulturvermittlerinnen und -wissenschaftlerinnen in den berufs- und erwerbspraktischen etablierten Feldern (Universität, Museum, Kunstakademie, Jurybesetzungen und Preisvergaben, Ausstellung u. a.) deutlich unterrepräsentiert. Mit dem Ziel, gleiche Chancen für Frauen in den kulturellen Sparten durchzusetzen, entstanden seit Ende der 1980er Jahren bundesweit verschiedene Initiativen, Organisationen und Institutionen mit feministischen Arbeitskonzepten und in Kooperation mit kommunaler Kulturpolitik.5Goldmann, Margarethe (1999): Intervention I. In: Magistrat der Stadt Frankfurt am Main/Frauenreferat (Hg.)/Gramann, Karola (Red.): die weiberwirtschaft. frauen in kunst und kultur. Dokumentation der Anhörung vom 17. Mai 1999 und der Runden Tische von November 1998 bis März 1999. Frankfurt/M., S. 12 f. Online unter: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/frauenreferat/wir-ueber-uns/chronik-des-frauenreferats (Zugriff am 19.08.2021).6Erste, meist kontrovers diskutierte Ausstellungen zum Thema waren in Deutschland beispielsweise: 1976/77 Frauen machen Kunst, Galerie Philomene Magers, Bonn, Kuratorin Margarethe Jochimsen; 1977 Künstlerinnen international 1877–1977, Schloss Charlottenburg und Frankfurter Kunstverein. Kuratiert von der Künstlerin Sarah Schumann und einer Frauengruppe der NGBK, Berlin; 1980 Frauenalltag und Frauenbewegung 1890-1980. Historische Dokumentation 20. Jahrhundert bis 1984, Historisches Museum Frankfurt, Kuratorium Viktoria Schmidt-Linsenhoff, Detlef Hoffmann, Almut Junker, Sabine Kübler, Roswitha Mattausch; 1987 The Dinner Party, Installation von Judy Chicago, Schirn Kunsthalle Frankfurt; 1989 Französische Revolution und neue Weiblichkeit 1760-1830, Historisches Museum Frankfurt. Kuratorium Viktoria Schmidt-Linsenhoff, Karin Görner, Almut Junker, Ursula Kern, Christina Klausmann. Das erste, heute noch bestehende Frauenkulturzentrum wurde 1978 in Stuttgart gegründet.7Sarah e. V. (o. J.): Webseite des Kulturzentrums für Frauen SARAH e. V. Online unter: https://www.das-sarah.de/ (Zugriff am 19.08.2021).8Doderer, Yvonne P. (2003): Frauen-Stadt-Kulturen. In: IG Kultur Österreich – Interessensgemeinschaft der freien Kulturarbeit, Artikel vom 11.04. Online unter: https://www.igkultur.at/artikel/frauen-stadt-kulturen (Zugriff am 19.08.2021). 

In einem Umfeld von rund 60 Frauenprojekten formierte sich in Frankfurt am Main 1984 der Verein Frauenkulturinitiative e. V., der später auch als Trägerverein des Frauenkulturhauses fungierte.

Die Aktivistinnen schlossen sich in der ab 1986 arbeitenden Projektgruppe Frauenkulturhaus mit Frauen aus dem Frauenerwerbslosenzentrum, dem Internationalen Frauenzentrum e. V., der Frauenstadtplanungsgruppe sowie einer Frauengruppe Malerei zusammen. Gemeinsames Ziel der Initiative war, ein institutionelles Kulturzentrum für die Kunst und Kultur von Frauen zu konzipieren und aufzubauen.9Hillmann, Ursula (1989): Ein Frauenkulturhaus in Frankfurt. In: Frankfurter Frauenblatt, Nr. 3, Mai/Juni, S. 34–35.10Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main (Hg.) (2002): Wirsindso*frei. 3 Jahrzehnte neue Frauenbewegung in Frankfurt. 58 Frankfurter Frauenprojekte schlagen den Bogen gestern – heute – morgen. Meilensteine aus Recht und Geschichte der Frankfurter Frauenbewegung. Frankfurt/M., S. 59. Online unter: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/publikationen/frauenreferat/dokumentation-wir-sind-so-frei (Zugriff am 16.08.2021).

Geplant war ein Kommunikations-, Produktions- und Präsentationsort für professionelle und semi-professionelle Künstlerinnen, Musikerinnen, für schreibende Frauen, Film- und Videoschaffende, für Theater- und Tanzfrauen, für Museumsfrauen sowie für kunst- und kulturinteressiertes Publikum in der Stadt. In das Kulturzentrum sollten ein Museum, eine Galerie, Werkstätten und Ateliers für Künstlerinnen und Handwerkerinnen sowie Seminar-, Proben- und Veranstaltungsräume integriert werden. Das Frauenkulturhaus sollte die Infrastruktur herstellen zur regionalen, überregionalen und internationalen Vernetzung von Künstlerinnen und kulturschaffenden Frauen.11Brinkmann to Broxten, Eva/Fuchs, Claudia/Kiltz, Elke/Schäfer, Brigitte/Sellach, Brigitte in Kooperation mit WEIBH V. (Hg.) (1987): Ohne Netz und doppelten Boden: Frauenprojekte & Frauenpolitik in Hessen. Frankfurt/M.: Zypresse Druck, S. 74.12Bütfering, Elisabeth/Hillmann, Ursula/Jung, Marie Luise/Stück, Susanne/Wennagel, Annegret/WEIBH e. V. (Hg.) (1992): FrauenStadtbuch Frankfurt. Frankfurt/M.: AZ-Verlag, S. 148–149.

Im Präsentationsbereich sollten Galerieausstellungen sowohl zu historischen als auch zeitgenössischen Themen gezeigt werden, die Sparte Museum wurde schon während der Planungsphase zugunsten eines Theaterbereichs aufgegeben. Die Planerinnen gingen von dem maßgeblich von Joseph Beuys formulierten Konzept des erweiterten Kulturbegriffs aus, nach dem Leben, Arbeit und gesellschaftliche Bedingungen, hier diejenigen von Frauen, in künstlerisch-ästhetische Praktiken einbezogen sind. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz sollten, im Unterschied zu etablierten Museums- und Galerieformaten, im Frauenkulturhaus niedrigschwellige Ausstellungen mit breitem Themenspektrum angeboten werden, ohne dabei auf tradierte weibliche Zuschreibungen (Haushalt, Handarbeiten, Mystik, Matriarchat u. ä.) zurückzugreifen. Beide Präsentationsformate sollten für Arbeiten der künstlerischen Medien Malerei, Fotografie, Video, Bildhauerei, Literatur, Gesang, Theater und Tanz offen sein.13Hillmann, Ursula (1989): Ein Frauenkulturhaus in Frankfurt. In: Frankfurter Frauenblatt, Nr. 3, Mai/Juni, S. 34–35.

Treffpunkt der Initiative waren gemietete Räumlichkeiten in der Egenolffstraße 5a.14Jung, Marlies (1990): Editorial. In: Frankfurter Frauenblatt, Nr. 6, November/Dezember, S. 3.

Standort des Frauenkulturhauses in Frankfurt am Main am Industriehof 7–9
Foto: Karin Kraus

Mit Unterstützung der ersten rot-grünen Koalition im Frankfurter Magistrat und dem 1989 eingerichteten Frauendezernat (Dezernentin Margarethe Nimsch und Amtsleiterin Renate Krauß-Pötz) konnte der Verein 1990 eine ehemalige Industriehalle im Frankfurter Stadtteil Hausen anmieten. Das Gebäude mit rund 1100 qm Nutzfläche wurde der Konzeption der Arbeitsbereiche entsprechend umgebaut und renoviert. Das Frauenkulturhaus wurde in Teilbereichen 1991 eröffnet und 1993 vollständig realisiert.15Bütfering, Elisabeth/Hillmann, Ursula/Jung, Marie Luise/Stück, Susanne/Wennagel, Annegret/WEIBH e. V. (Hg.) (1992): FrauenStadtbuch Frankfurt. Frankfurt/M.: AZ-Verlag, S. 149.

Das Projekt umfasste Werkstätten und Produktionsbereiche für Musik im U- und E-Bereich, Tanz, Film, Video, Theater und bildende Kunst, außerdem Veranstaltungs-, Seminar- und Ausstellungsräume sowie mehrere Büros und ein zentrales Café.

Arbeitsfelder und Angebote

Die Organisatorinnen des Frauenkulturhauses realisierten ein umfangreiches, spartenübergreifendes Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm mit temporären und fortlaufenden Veranstaltungen wie Ladies Matinees, Künstlerinnenstammtisch, Frauendisco, Damensalon/Frauenkneipe sowie die Workshops Frauen-Spiel-Lust, Kreativer Tanz (Leitung Brigitte Weh) und Von wegen!Ruhe!Äktschen! (Leitung Sargam E. Frahsek).

Feste Termine und temporäre Veranstaltungen wurden in zweimonatlich erscheinenden Programmankündigungen veröffentlicht, Ausstellungen und einzelne Veranstaltungen wurden durch Öffentlichkeitsarbeit und durch separate Flyer medial vermittelt.

Die fortlaufenden Angebote waren exklusiv Frauen vorbehalten, während sich alle anderen Veranstaltungen geschlechterungebunden an die kulturinteressierte Öffentlichkeit in der Region richtete und von dieser auch genutzt wurden.

1992 stellte das Vorstandsmitglied Brigitte Schäfer das bislang in seiner Gesamtkonzeption bundesweit einmalige Frauenkulturhaus auf dem Symposium Stadt – Kultur der Stadt vor. Die Veranstaltung mit bundesweiter Beteiligung von Kulturschaffenden fand im Tübinger Club Voltaire statt.16Kolb, Matthias (1992): Entmischte Metropolen. In: Stuttgarter Zeitung, Artikel vom 26.02.17Club Voltaire e. V. Tübingen (o. J.): Historie. Geschichte des Club Voltaire. In: Webseite des Club Voltaire. Online unter: https://club-voltaire.net/historie (Zugriff am 19.08.2021).

Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm Bildende Kunst (Auswahl)

Professionalisierung und Vernetzung von Künstlerinnen und kulturschaffenden Frauen

1995 wurde das Künstlerinnenbüro im Frauenkulturhaus eröffnet. Schwerpunktthemen und -aufgaben des Büros waren die Vernetzung von Künstlerinnen, Veranstalterinnen und Frauenkulturprojekten, der Aufbau eines Archivs mit Materialien von und über Künstlerinnen sowie kulturpolitische Gremienarbeit zur Verbesserung der Situation weiblicher Kulturschaffender, u. a. durch Quotierung von Preisvergaben. Der Arbeitsbereich wurde temporär durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert.32o. A. (1995): Frauenkulturhaus. Künstlerinnenbüro wurde eröffnet. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 01.11.

1996 organisierte das Künstlerinnenbüro ein Professionalisierungsseminar für Bildende Künstlerinnen zu Grundlagen des Urheber-, Ausstellungs- und Nutzungsrechts.33o. A. (1996): Kalender. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 24.10., S. 25.34o. A. (1996): Kleine Meldungen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 250, Artikel vom 26.10., S. 64.

Tanztheater, Musik, Kabarett (Auswahl)

Auch in diesen Sparten fungierte das Frauenkulturhaus als Produktions- und Präsentationsraum. Durch die Vermietung von Proberäumen an freiberuflich arbeitende Musikerinnen, Regisseurinnen, Kabarettistinnen u. ä. entwickelten sich zudem neue Gruppierungen und Kooperationen in den Bereichen darstellende Künste und Musik auf regionaler und internationaler Ebene:

Kabarettistinnen, etwa Lioba Albus, Cornelia Niemann, Herta Schwätzig und Kordula Völker oder die Ensembles Extra 2 und Mamma Grappa, kamen zu regelmäßigen Gastspielen.41Frauenkulturhaus (1995): Programmflyer Nov./Dez. 1995.

Tanztheater-Produktionen (u. a. Fe Reichelt Tanztheater, Franca Schuller Choreografie) und Performances (u. a. von Ruth Geiersberger oder Ingrid Bach) kamen zur Aufführung.42o. A. (1996): Probleme unter Schwestern und Wie man eine Mutter macht. „AmateuerTheaterTage“ veranstaltet das Frauenkulturhaus Frankfurt an diesem Wochenende mit drei Aufführungsterminen. In: Frankfurter Neue Presse, Artikel vom 13.09., S, 01.

Literatur (Auswahl)

1995 veranstaltete das Frauenkulturhaus die Podiumsdiskussion zum Thema Lust ohne Grenzen? Grenzen der Lust. Sex in Frauenbüchern mit Constanze Ohms (Orlanda Verlag), Margit Hahn (Wiener Frauenverlag), Birgit Scheuch (Verlag Krug und Schadenberg), Anke Schäfer (Feministischer Buchverlag), Andrea Thamm (LIBS Frankfurt am Main). Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Werbeverband deutschsprachiger Frauenbuchverlage statt.43Frauenkulturhaus (1995): Programmflyer Mai/Juni 1995.

1997 stellte die Sexualforscherin Shere Hite anlässlich der Frankfurter Buchmesse ihre Neuerscheinung Wie Frauen Frauen sehen vor.44o. A. (1997): Die Sexualforscherin Shere Hite kommt zur Buchmesse nach Frankfurt und liest Samstag um 15 Uhr im Frauenkulturhaus (Am Industriehof 7–9) aus ihrem Buch „Wie Frauen Frauen sehen“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 239, Artikel vom 15.10., S. 62.

Kooperationen, Vernetzungen, kulturpolitische Veranstaltungen

Organisation und Haushalt

Trägerverein des Frauenkulturhauses war der Verein Frauenkulturinitiative e.V.

Das Frauenkulturhaus wurde mit einer institutionellen Förderung (Mietkosten), einer Kreditbürgschaft für Umbaumaßnahmen durch das Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main und durch projektbezogene Zuwendungen des Landes Hessen (Soziokultur, Künstlerinnenbüro) gefördert. Eigene Mittel wurden durch Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge sowie Vermietungen von Produktions- und Büroflächen erwirtschaftet.51Die Frauen vom Frauenkulturhaus (1992): Das Frauenkulturhaus steht für … In: Bütfering, Elisabeth/Hillmann, Ursula/Jung, Marie Luise/Stück, Susanne/Wennagel, Annegret/WEIBH e. V. (Hg.): FrauenStadtbuch Frankfurt. Frankfurt/M.: AZ-Verlag, S. 149.

1994/1995 arbeitete das Organisationsteam mit einer Vollzeitstelle Geschäftsführung, drei ABM-Stellen, finanziert durch Arbeitsamt, Frauenreferat, Frauenkulturhaus und Gemeinnütziger Frauenbeschäftigungsgesellschaft gGmbH (GFFB) (davon zwei Stellen Veranstaltungsmanagement, eine Stelle Betriebswirtschaft), einer Honorarstelle (künstlerisches Programm, Künstlerinnenbüro, Öffentlichkeitsarbeit) und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.52Peters, Christine (1995): Zusammenrücken. Von wenig auf weniger: Auch das Frauenkulturhaus arbeitet auf Sparflamme. In: Frankfurter Rundschau, Nr. 198, Artikel vom 26.08., S. 17.

Vereins- und Vorstandsmitglieder, Mitarbeiterinnen u. a.

Vorstand: Brigitte Schäfer, Julia Ostrowicki (bis 1997), Irmgard Ostrowicki-Göbel (bis 1997), Ursula Hillmann (ab 1997)53o. A. (1999): „Kommt darauf an, welche Bewegung Sie meinen!“ Von Schülerinnen, die keinen Frauenbuchladen kennen, bis zu den Veteraninnen der Frauen-Szene in Frankfurt. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 08.03., S. 18.

Mitglieder und Mitarbeiterinnen: Heike Gräler, Karin Görner (Künstlerisches Ausstellungsprogramm, Künstlerinnenbüro, Pressearbeit),54Görner, Karin (0. J.): Stationen. In: Webseite von Karin Görner. Online unter: http://www.kunst-kommunikativ.de/index.html (Zugriff am 19.08.2021). Angelika Prinz, (Veranstaltungsmanagement), Anne Breick (Workshop Musik, später Frauen-Musik-Büro, Kick la Luna),55o. A. (2019): Auch Frauen können geniale Drummer sein. Die Perkussionistin Anne Breick vermisst weibliche Vorbilder. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 57, Artikel vom 08.03., S. 31. Petra Krah (Veranstaltungsmanagement)

Schließung und weitere Maßnahmen zur Fauenförderung im Kunst- und Kulturbetrieb

1998 wurde das Frauenkulturhaus nach Kürzungen von Fördermitteln in den Vorjahren aufgrund finanzieller Defizite im Betriebshaushalt geschlossen.56o. A. (1997): Frauenkulturhaus in Finanznot. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 282, Artikel vom 04.12., S. 46.57Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main (Hg.) (2002): Wirsindso*frei. 3 Jahrzehnte neue Frauenbewegung in Frankfurt. 58 Frankfurter Frauenprojekte schlagen den Bogen gestern – heute – morgen. Meilensteine aus Recht und Geschichte der Frankfurter Frauenbewegung. Frankfurt/M., S. 61. Online unter: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/publikationen/frauenreferat/dokumentation-wir-sind-so-frei (Zugriff am 16.08.2021).58o. A. (1998): Jahresetat verbraucht. Ohne Sponsoren schließt bald das Frauenkulturhaus. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 04.02., S. 19.59Hillebrecht, Anke (1998): „Wir hätten zumindest noch eine Chance verdient“. Das Frauenkulturhaus ist in arger Geldnot. Am 8. März soll die letzte Veranstaltung steigen. In: Frankfurter Neue Presse, Artikel vom 05.02., S. 07.60o. A. (1998): Kein Aufschrei beim Aus. Ein Gespräch über das Ende des Frauenkulturhauses. In: Frankfurter Rundschau, Interview vom 07.03., S. 27.

Der Konzeptvorschlag des Vereins Art House (Initiatorinnen Marion Kuchenbrod, Dietburg Spohr) für eine alternative Nutzung der bestehenden Infrastruktur für die Frankfurter Kulturszene wurde im Magistrat abgelehnt.61o. A. (1998): Frauenkulturhaus. Verein plant „Art House“ für alternative Kulturszene. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.09., S. 23.62o. A. (1998): Ersatz für „Frauenkulturhaus“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 214, Artikel vom 15.09., S. 50.

1998/1999 beauftragte der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main eine Neukonzeption zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb. Auf Einladung des Frauenreferats analysierten daraufhin rund 70 Frankfurter Expertinnen aus den Bereichen Theater, Film, Bildende Kunst, Neue Medien, Literatur, Kabarett, Musik und Stadtgeschichte die Situation und Perspektiven für die kommunale Kultur- und Frauenpolitik. Die Ergebnisse und Handlungsvorschläge des Hearings wurden in der Dokumentation Die Weiberwirtschaft. Frauen in Kunst und Kultur 63Magistrat der Stadt Frankfurt am Main/Frauenreferat (Hg.)/Gramann, Karola (Red.) (1992): die weiberwirtschaft. frauen in kunst und kultur. Dokumentation der Anhörung vom 17. Mai 1999 und der Runden Tische von November 1998 bis März 1999. Frankfurt/M. Online unter: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/frauenreferat/wir-ueber-uns/chronik-des-frauenreferats (Zugriff am 19.08.2021). veröffentlicht.

1999 wurde im Magistratsbeschluss Für einen neuen Aufschwung in der Frauenpolitik ein grundlegend überarbeiteter Beschluss verabschiedet.64Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main (Hg.) (2002): Wirsindso*frei. 3 Jahrzehnte neue Frauenbewegung in Frankfurt. 58 Frankfurter Frauenprojekte schlagen den Bogen gestern – heute – morgen. Meilensteine aus Recht und Geschichte der Frankfurter Frauenbewegung. Frankfurt/M., S. 62. Online unter: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/publikationen/frauenreferat/dokumentation-wir-sind-so-frei (Zugriff am 16.08.2021). Nach 10 Jahren institutioneller Frauenkulturpolitik in Frankfurt am Main wurde ein verändertes Kulturkonzept ausgearbeitet, das keine institutionelle Förderung mehr vorsah, sondern auf differenzierte Einzelförderung nach Sparten und Projektbezogenheit setzte. Frauenförderung im Kulturbereich sollte zukünftig zudem durch das Frauenreferat und andere inhaltlich zuständige Ämter finanziert werden.65Magistrat der Stadt Frankfurt am Main/Frauenreferat (Hg.)/Gramann, Karola (Red.) (1992): die weiberwirtschaft. frauen in kunst und kultur. Dokumentation der Anhörung vom 17. Mai 1999 und der Runden Tische von November 1998 bis März 1999. Frankfurt/M., S. 10. Online unter: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/frauenreferat/wir-ueber-uns/chronik-des-frauenreferats (Zugriff am 19.08.2021).66o. A. (2000): Frauenkulturprojekte. Forschung über Frauen im Film. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 24.08., S. 35.

Die Sammlung Frauenkulturhaus Frankfurt wurde nach dessen Schließung 1999 in das Künstlerinnenarchiv Bildwechsel. Kultur- und Medienzentrum für Frauen e. V., Hamburg aufgenommen. Die Sammlung umfasst Texte, Programme, Foto-, Video- und Audiomaterialen von 1987 bis 1998 zu den Aktivitäten und Veranstaltungen des Frauenkulturhauses und der Frauenkulturinitiative e. V.67bildwechsel, kultur- und medienzentrum für frauen e. v. (o. J.): Sammlungen. In: Webseite von bildwechsel. Online unter: https://www.bildwechsel.org/info/de/sammlungen.html (Zugriff am 19.08.2021).

Publikationen

Literatur