jumpp – Frauenbetriebe e. V.

Inhaltsverzeichnis

Im Juni 1984 gründeten Akteurinnen der autonomen Frauenbewegung, die Frankfurter Soziologinnen Lu Haas (1944–1991) und Gudrun Krieger (* 1944), zunächst als Gewerbezentrum den Verein Frauenbetriebe.1Harting, Mechthild (2014): Die Schweißerin ist nicht mehr in Mode. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 10.02., S. 35. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frauen-in-der-arbeitswelt-die-schweisserin-ist-nicht-mehr-in-mode-12793194.html (Zugriff am 09.05.2022). Mitinitiatorin war die Soziologin, Unternehmens- und Politikberaterin Dörthe Jung.2Krieger, Gudrun (1992): Frauenprojekte – Planung, Finanzierung, Durchführung. In: Brückner, Margrit (Hg.): Frauen und Sozialmanagement. Freiburg/Br.: Verlag Lambertus, ISBN 3-7841-0620-X, S. 123–147.3Plogstedt, Sibylle (2006): Frauenbetriebe: Vom Kollektiv zur Einzelunternehmerin. Königstein/Ts.: Verlag Ulrike Helmer, S. 137. Der gemeinnützige Verein Frauenbetriebe. Qualifikation für die berufliche Selbständigkeit e. V. wurde 2010 umbenannt in jumpp (UG). Ihr Sprungbrett in die Selbständigkeit.4Handelsregister-Bekanntmachungen vom 21.12.2010. Bundesanzeiger. Unter dem Trägerverein jumpp – Frauenbetriebe e. V. sind regionale Netzwerke für Unternehmerinnen versammelt. Jumpp bietet Beratungs- und Dienstleistungsangebote für Gründer*innen und selbstständige Frauen in Handels-, Produktions- und Dienstleistungsbetrieben in Frankfurt am Main und leistet seit Jahren Pionierarbeit im Bereich der Bildungsarbeit mit bildungsungewohnten Frauen.5Lammar, Francine (1995). Marktorientierte Frauenbetriebe als neues Praxisfeld sozialer Arbeit. Münster: Westfälischen Wilhelms-Universität, S. 102. 2019 feierte das Unternehmen, das inzwischen auch Männer in das Beratungsprogramm aufnimmt, sein 35-jähriges Bestehen.6Harting, Mechthild (2014): Die Schweißerin ist nicht mehr in Mode. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 10.02., S. 35. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frauen-in-der-arbeitswelt-die-schweisserin-ist-nicht-mehr-in-mode-12793194.html (Zugriff am 09.05.2022).

Gründungsgeschichte

Hamburger Allee 45, Frankfurt am Main
Hier befanden sich die ersten Räume der Frankfurter Frauenschule
Foto: Karin Kraus

Das feministische Projekt Frauenbetriebe wurde als arbeitsmarktpolitische Initiative in der Frankfurter Frauenschule (1982–2013) entwickelt. Die 1984 gegründete Organisation Frauenbetriebe – Frauen schaffen ihre Arbeitsplätze selbst e. V. hatte zum Ziel, langzeitarbeitslose Frauen mit bedarfsgerecht erarbeiteten Betriebskonzepten für selbstgeschaffene Arbeitsplätze zu qualifizieren.7Haas, Lu (1987): Die Anstrengung, Autonomie zu bewahren: Die Frankfurter Frauenbetriebe im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Landespolitik. In: Sozial extra. Zeitschrift für soziale Arbeit und Sozialpolitik. H. 4, S. 13–17. Der zunächst als Dependance der Frauenschule und ab 1985 eigenständig von Lu Haas und Gudrun Krieger geführte Verein entwickelte ein sozioökonomisches Beratungskonzept,8Frauenbetriebe QBS e. V./Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main/Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH/Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (Hg.) (1998): Das Netz. Der Rhein-Main-Verbund für Existenzgründerinnen. Frankfurt/M., S. 5. das die wirtschaftlichen Aspekte einer Gründung, aber auch persönliche Faktoren wie soziales Umfeld, eigene Motivation und Branchenkenntnisse der Teilnehmerinnen berücksichtigte. Betriebswirtschaft, gewerblich-technisches Fachwissen sowie Finanzierungs- und Kommunikationsstrategien für Existenzgründerinnen wurden in anderthalbjährigen Ausbildungszyklen und in Wochenkursen unterrichtet.9o. A. (2008): Gespür für den Kunden. Verein begleitet Frauen in die berufliche Unabhängigkeit. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 15.07., S. 17.

1988 bezog das Gründerinnenzentrum, das erste bundesweit,10Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.) (2001): Aktivitäten von und für Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) – Bundesweiter Überblick – Hessen. Berlin, S. 3. Online unter: https://www.bmfsfj.de/blob/84412/e ca4cd627749ae54d6efbb88336b9da4/prm-17750-hessen-data.pdf (Zugriff am 09.03.2020).11Weitere ähnliche Einrichtungen wurden erst später gegründet, z. B. Goldrausch Kontour, Berlin (1988), WeiberWirtschaft e. G., Berlin (1989), Unternehmerinnen-Zentrum Hannover (1997). ein ehemaliges Fabrikgebäude in der Hamburger Allee in Frankfurt-Bockenheim. Das Beratungsangebot richtete sich zunächst an Frauen im Handwerk und Mädchen in Handelsberufen: Die Einrichtung auf rund 1000 Quadratmetern beherbergte Metall- und Holzwerkstätten, eine Gewerbeküche und eine betriebseigene Kinderbetreuung mit insgesamt 25 Arbeitsplätzen.12Krieger, Gudrun (1992): Frauenprojekte – Planung, Finanzierung, Durchführung. In: Brückner, Margrit (Hg.): Frauen und Sozialmanagement. Freiburg/Br.: Verlag Lambertus, ISBN 3-7841-0620-X, S. 125.

Laden der Frauenbetriebe Frankfurt, Leipziger Straße 5
Foto: Karin Kraus

Gleichzeitig eröffneten die Frauenbetriebe in der Leipziger Straße ein Geschäft als Verkaufsstelle zunächst für die in den Frauenbetrieben hergestellten Handwerks- und Designprodukte. Dort befindet sich der Laden unter dem Namen Frauenbetriebe design Handels GmbH heute noch Stand 2021).13Harting, Mechthild (2020): Der weibliche Weg in die Selbständigkeit. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 07.02., S. 31.14Frauenbetriebe design Handels GmbH (o. J.): Webseite des Geschäfts Frauenbetriebe design. Online unter: https://www.frauenbetriebe-design.de/ (Zugriff am 27.07.2021).

Weitere Arbeitsbereiche der Organisation waren und sind bis heute u. a. Hilfe bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, die Beratung von anderen Beschäftigungsinitiativen und der Aufbau einer Forschungsstelle über Beschäftigungsinitiativen von Frauen.15Haas, Lu (1991): Gesamtübersicht über Programme zur Förderung von Kleinbetrieben in der Bundesrepublik Deutschland. In: CEDEFOP – Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Hg.): Beiträge zum Seminar über „Unternehmensgründung: die Rolle der Ausbildung im Rahmen der Politischen Förderungsmaßnahmen.“ Berlin/Luxemburg, ISBN 92-826-2519-2, S. 7–21. Teilnehmerinnen an den Kursen und Qualifizierungsprogrammen der Frauenbetriebe kamen aus der gesamten Bundesrepublik, nach 1989 auch aus den neuen Bundesländern.16Jung, Dörthe (1991): Zum Tode von Lu Haas. Auszug aus der Grabrede von Dörthe Jung. In: Frankfurter Frauenblatt, Nr. 6, S. 30–31.17Mayer-List, Irene (1991): Der Traum der Chefin. In: Die Zeit, Artikel vom 08.03. Online unter: https://www.zeit.de/1991/11/der-traum-der-chefin/komplettansicht (Zugriff am 06.04.2020).

Wie u. a. auch die Frankfurter Frauenschule war der Verein Frauenbetriebe e. V. ein für die 1980er Jahre zeittypisches Frauenprojekt.18Jung, Dörthe (2017): Wie die Frauenbewegung Frankfurt bewegte. Aufbruch und Rebellion: Die neue Frauenbewegung in Frankfurt 1968–1990. Vortrag im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main. In: Vortragsreihe „STADTplus. Die Stadt und der Feminismus“ sowie der Ausstellung „Frau Architekt“, 04.10. Online unter: http://www.doerthejung-consult.com/WEB/content/texte/Doerthe%20Jung%20im%20 Deutschen%20Architekturmuseum%202017.pdf (Zugriff am 09.12.2019). Das Qualifizierungsprogramm wurde aus den gesellschafts- und arbeitsmarktpolitischen Forderungen der autonomen Frauenbewegung heraus entwickelt, um der strukturellen Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu begegnen und konkrete Möglichkeiten zu beruflicher und ökonomischer Selbstständigkeit zu schaffen. Wichtige Aspekte dabei sind die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Alleinerziehende sowie Möglichkeiten zum Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.19Mayer-List, Irene (1991): Der Traum der Chefin. In: Die Zeit, Artikel vom 08.03. Online unter: https://www.zeit.de/1991/11/der-traum-der-chefin/komplettansicht (Zugriff am 06.04.2020).20Posch, Dieter (2012): Vorwort. In: Frauenbetriebe. Qualifikation für die berufliche Selbständigkeit e. V. (Hg.): Gründerinnen und Unternehmerinnen im Fokus. Ergebnisse einer Kundinnenbefragung zu Gründungsprofilen, ‑voraussetzungen und Unternehmenssituationen. Frankfurt/M., S. 2. Online unter: https://www.doerthejung-consult.com/WEB/content/texte/end_broschuere-monitoring-interaktiv_16.03.2010.pdf (Zugriff am 27.07.2021).

Haushalt, Arbeitsinhalte und Entwicklung

Die Frauenbetriebe wurden, exemplarisch auch für andere Frauenprojektgründungen, in den Anfängen weitgehend durch feministisches Engagement und Eigenleistung getragen, so die damalige Leiterin Lu Haas 1987 in einem Resümee zur Gründungsphase.21Haas, Lu (1987): Die Anstrengung, Autonomie zu bewahren: Die Frankfurter Frauenbetriebe im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Landespolitik. In: Sozial extra. Zeitschrift für soziale Arbeit und Sozialpolitik. H. 4, S. 13–17. In der Zeit des Aufbaus finanzierten sich die Soziologinnen Haas und Krieger, mit häufig bis zu 60-Stunden- Wochenarbeitszeit im Projekt, über Arbeitslosengelder bzw. Abfindungen aus früheren Beschäftigungen. Ab Mitte der 1980er Jahre wurde das Projekt Frauenbetriebe durch Bundes-, Landes- und EG-Mittel finanziert.22Glaser, Hannah (1989): Existenzgründer. Geschäft in Nischen. In: Wirtschaftswoche, Artikel vom 11.08., Nr. 33, S. 69.23Deutscher Bundestag (1990): Antwort der Bundesregierung. Drucksache 11/8144, vom 18.10., S. 35. Online unter: https://dserver.bundestag.de/btd/11/081/1108144.pdf (Zugriff am 27.07.2021).

Im Rahmen ihrer Arbeit für die Frauenbetriebe beteiligten sich die Leiterinnen u. a. zusammen mit der Unternehmensberaterin Dörthe Jung und der Politikerin Marita Haibach (Die Grünen) an der Durchsetzung des ersten Hessischen Aktionsprogramms für Frauen in der damaligen Rot-grünen Koalition im Hessischen Landtag. Aus diesem Programm folgte die politische Verankerung von Frauenpolitik in Hessen, wie etwa der erste hessische Frauenförderplan für Landesverwaltung und Hochschulen 1987 und das Hessische Gleichberechtigungsgesetz 1993.24Jung, Dörthe (1995): Der diskrete Eintritt in die Macht. In: Hessische Landeszentrale für Politische Bildung/WEIBH e. V. (Hg.): FrauenStadtGeschichte. Zum Beispiel: Frankfurt am Main. Königstein/Ts.: Verlag Ulrike Helmer, ISBN 3-927164-29-1, S. 198.25Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Hessen (2010): Geschlechter gerecht handeln – Neuer Aufbruch in der Frauenpolitik. 51. Leitantrag. Online unter: https://www.gruene-hessen.de/partei/files/2010/05/geschlechter_gerecht_handeln_neuer_aufbr.pdf (Zugriff am 27.07.2021).

Kursteilnehmerinnen und Mitarbeiterinnen der Frauenbetriebe Hamburger Allee 96 im Jahr 1992
(1. Reihe 2. von links Christiane Stapp-Osterod; 2. Reihe 5. von links Dörthe Jung)
Foto: Ursula Hillmann

Seit Gründung des Frauenreferats 1989 unterstützt die Stadt Frankfurt am Main den Verein.26Jumpp (2019): Für eine andere Kultur der Selbständigkeit: Impulse & Vorbilder seit 35 Jahren. 35 Jahre Innovationen und neue Ideen: Meilensteine im Dienst der Frauen als gesellschaftliches und wirtschaftliches Potenzial. In: Webseite von jumpp, S. 2. Online unter: https://www.jumpp.de/sites/default/files/downloads/Meilensteine%202019.pdf (Zugriff am 08.04.2020).

Zu den weiteren Förderern gehören das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, der Europäische Sozialfonds (ESF), der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) u. a.27Jumpp (o. J.): Förderer. In: Webseite von jumpp. Online unter: https://www.jumpp.de/ueber-uns/verein/foerderer (Zugriff am 27.07.2021).

Ab 1992 erweiterte der Verein das Handelsnetzwerk für Frankfurter Gründerinnen durch den Aufbau internationaler Handelsbeziehungen u. a. mit Nordirland, Griechenland, Albanien und Novosibirsk, 2003 folgte das EQUAL-Projekt der Europäischen Union women way of entrepreneurship.28Institut für Mittelstandsforschung (o. J.): Women Way of Entrepreneurship – Statistiken über Gründerinnen und selbständige Frauen. In: Webseite des Instituts für Mittelstandsforschung. Online unter: http://www.institut-fuer-mittelstandsforschung.de/kos/WNetz?art=Project.show&id=174 (Zugriff am 27.07.2021).29Jumpp (2019): Für eine andere Kultur der Selbständigkeit: Impulse & Vorbilder seit 35 Jahren. 35 Jahre Innovationen und neue Ideen: Meilensteine im Dienst der Frauen als gesellschaftliches und wirtschaftliches Potenzial. In: Webseite von jumpp, S. 2. Online unter: https://www.jumpp.de/sites/default/files/downloads/Meilensteine%202019.pdf (Zugriff am 08.04.2020). 30Nispel, Andrea (o. J.): Gründerinnen-Typologie: Voraussetzung passgenauer Förderpraxis. In: Webseite von Andrea Nispel. Online unter:  http://www.andrea-nispel.de/media/File/090824_Gruenderinnentypologie.pdf (Zugriff am 27.07.2021).

Besondere Kampagnen zur beruflichen Förderung von Frauen

  • UFO – Unternehmerinnenforum Rhein-Main und Das Netz, seit 199731Wirtschaftsförderung Frankfurt – Frankfurt Economic Development – GmbH (1999): Die Wirtschaftsförderung Frankfurt im Jahr 1999 – Bilanz-Pressekonferenz. In: Webseite der Wirtschaftsförderung Frankfurt, Tätigkeitsbericht vom 31.12. Online unter: https://frankfurt-business.net/die-wirtschaftsforderung-frankfurt-im-jahr-1999-bilanz-pressekonferenz (Zugriff am 09.03.2020).32Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.) (2001): Aktivitäten von und für Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) – Bundesweiter Überblick – Hessen. Berlin. Online unter: https://www.bmfsfj.de/blob/84412/e ca4cd627749ae54d6efbb88336b9da4/prm-17750-hessen-data.pdf (Zugriff am 09.03.2020).
  • Hessenweite Leitstelle zur Unternehmensnachfolge, seit 200833Jumpp/Hessenweite Anlaufstelle Unternehmensnachfolge (2019): EINLADUNG Sprechtag Unternehmensnachfolge. In: Existenzgründungsportal Hessen. Online unter: https://existenzgruendung.hessen.de/sites/existenzgruendung.hessen.de/files/Einladung%20Sprechtag%20Nachfolge%2002.09.2019.pdf (Zugriff am 09.03.2020).34o. A. (2016): Tipps zur Nachfolge in Unternehmen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 11.03., S. 33.
  • Interkulturelles Kooperationsprojekt Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt mit beramí berufliche Integration e. V., seit 200635MiA-Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt: Migrantinnen unternehmen was! In: Webseite von MiA. Online unter: https://www.mia-frankfurt.de/ (Zugriff am 09.03.2020).
  • Landesweite Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft in Hessen, seit 201336Harting, Mechthild (2014): Die Schweißerin ist nicht mehr in Mode. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 10.02., S. 35. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frauen-in-der-arbeitswelt-die-schweisserin-ist-nicht-mehr-in-mode-12793194.html (Zugriff am 09.05.2022).
  • Netzwerkbörse Hessischer Unternehmerinnentag, seit 201137Jumpp/Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft (2019): Einladung zum 18. Hessischen Unternehmerinnentag: Erfolgreich gründen — strategisch wachsen. In: Webseite von jumpp, Flyer vom 22.08. Online unter: https://www.jumpp.de/sites/default/files/downloads/Einladung%20Hessischer%20Unternehmerinnentag%202019%20Web_1.pdf (Zugriff am 25.03.2020).38Koldehoff, Sarah (2019): Geschäftsfrauen fühlen sich benachteiligt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 23.08., S. 33.
  • Mentoring-Projekt Migrantinnen gründen und Folgeprojekt Frauen mit Fluchterfahrung gründen für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), seit 201539Institut für Mittelstandsforschung, Lehrstuhl für Mittelstandsforschung und Entrepreneurship, jumpp – Frauenbetriebe e. V. (Hg.) (2017): Wissenschaftliche Begleitforschung und Evaluation des Projektes „Migrantinnen gründen – Existenzgründungen von Migrantinnen“. Mannheim/Frankfurt/M.
  • Seit 2022 engagiert sich jumpp für mehr Teilhabe von Frauen in der Entwicklung KI-basierter Digitalisierung – aus der Erkenntnis heraus, dass der Digital Gender Gap nur durch die Partizipation von Frauen an der zukünftigen KI-Entwicklung überwunden werden kann.40Initiative D21 e. V./Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. (Hg.) (2020): Digital Gender Gap. Lagebild zu Gender(un)gleichheiten in der digitalisierten Welt. Online unter: https://initiatived21.de/publikationen/digital-gender-gap/ (Zugriff am 09.05.2022). In diesem Zusammenhang veranstaltete jumpp im April/Mai 2022 einen viertägigen Online-Ideathon zum Thema „Mit KI in eine smarte Zukunft – Frauen gestalten mit“. Die Veranstaltung wurde u. a. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, die Schirmherrschaft übernahm die Stadträtin und Digitaldezernentin der Stadt Frankfurt am Main Eileen O’Sullivan. Drei Projekte gewannen ein Budget von je 5.000 Euro.41jumpp e. V. (2022): Online-Ideenwettbewerb will für mehr Chancengleichheit und Mitsprache bei der Entwicklung von KI-Lösungen sorgen. In: Webseite von jumpp e. V., Presseinformation vom 26.04. Online unter: https://www.jumpp.de/pr/presseinfos (Zugriff am 09.05.2022).42jumpp e. V. (2022): Nach dem Sieg folgt nun die Umsetzung: Drei Frauenteams gewinnen KI-Ideathon mit ihren gemeinwohlorientierten Ideen. In: Webseite von jumpp e. V., Presseinformation vom 04.05. Online unter: https://www.jumpp.de/pr/presseinfos (Zugriff am 09.05.2022).43jumpp e. V. (2022): Siegerinnen des KI-Ideathons von jumpp. In: Webseite von jumpp e. V. Online unter: https://www.jumpp.de/pr/presseinfos (Zugriff am 09.05.2022).44o. A. (2022): Die Zukunft in Frankfurt wird smart: Frauen gestalten künstliche Intelligenz. In: RheinMainVerlag, Artikel vom 15.02. Online unter: https://www.rheinmainverlag.de/2022/02/15/die-zukunft-wird-smart-frauen-gestalten-kuenstliche-intelligenz/ (Zugriff am 09.05.2022).

Wirkung

Seit ihrer Gründung arbeiten die Frankfurter Frauenbetriebe für die Chancengleichheit von Frauen in den Bereichen Erwerbstätigkeit, Arbeitsmarkt, Unternehmensgründung und eigenständiger Existenzsicherung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

„Als erstes Projekt, das Frauen für die Gründung eigener Betriebe ausbildet, sind wir überall dort, wo über neue Wege zur Bekämpfung von Erwerbslosigkeit nachgedacht wird, auf großes Interesse gestoßen. Wir werden auf nationale und internationale Tagungen eingeladen und gehören zu einer neuen EG-Kommission für örtliche Beschäftigungsinitiativen von Frauen“, so Lu Haas 1987 in einem Textbeitrag.45Haas, Lu (1987): Die Anstrengung, Autonomie zu bewahren: Die Frankfurter Frauenbetriebe im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Landespolitik. In: Sozial extra. Zeitschrift für soziale Arbeit und Sozialpolitik. H. 4, S. 13–17.

Das Projekt PiA wurde z. B. 2013 als Best Practice-Beispiel bei einem Kongress des European Centre for the Development of Vocational Training (CEDEFOP) präsentiert.46CEDEFOP (2013): Peer Learning Event on Guidance for Immigrants: The Labour Market Potential of Diversity. Thessaloniki, 02.12. Online unter: https://www.cedefop.europa.eu/files/final_agenda.pdf (Zugriff am 27.07.2021).47Jumpp/beramí/pia (o. J.): Frankfurt PiA-Program Migrant Women Fit For The Job Market. In: Webseite des Centre for the Development of Vocational Training. Online unter:  https://www.cedefop.europa.eu/files/PiA_Prasentation_Thessaloniki_2013_Corpataux.pdf (Zugriff am 27.07.2021).

Schon 1992 wurde die Arbeit der (damals noch) Frauenbetriebe in internationalen Berichten analysiert.48Cruz, Eduardo (1992): Support Policies for Business Start-ups and the Role of Training: National Reports from Portugal, Belgium, and Greece. Synthesis Report. Thessaloniki: CEDEFOP, European Centre for the Development of Vocational Training, S. 173. Besonders die Arbeit mit Migrantinnen hat auf europäischer Ebene Einzug in die Fachliteratur gefunden, so wird jumpp zusammen mit weiteren Frankfurter Institutionen wie beramí, dem Frauen-Softwarehaus oder GFFB – Gemeinnützige Frankfurter Frauenbeschäftigung in einer Studie des European Network of Migrant Women and European Women’s Lobby erwähnt.49European Network of Migrant Women and European Women’s Lobby (2012): „Equal Rights. Equal Voices“. Migrant Women’s Integration in the Labpur Market in Six European Cities. A Comparative Approach. Brüssel. Online unter: https://www.womenlobby.org/IMG/pdf/enomw_and_ewl_research_study_migrant_women_s_access_to_labourmarket_march_2012.pdf (Zugriff am 27.07.2021).

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend werden immer wieder Projekte durchgeführt, besonders zu den Themenbereichen Migrant*innenunternehmen, Migrant*innenselbstständigkeit, Migrant Entrepreneurship und Ethnic Economy.50Leicht, René (2017): Themenbereich 2: Migrantenunternehmen, Migrantenselbständigkeit, Migrant Entrepreneurship, Ethnic Economy. In: Webseite des Instituts für Mittelstandforschung. Online unter: http://www.institut-fuer-mittelstandsforschung.de/kos/WNetz?art=File.download&id=4544&name=R.Leicht_Projekte_Publikationen_Migranten-Selb_25102017.pdf (Zugriff am 27.07.2021).51Block, Nora/Leicht, René (2017): Migrantinnen gründen. Projekt zur Unterstützung der Existenzgründung von Migrantinnen. Abschlussbericht, Zusammenfassung jumpp – Frauenbetriebe e. V., Frankfurt/M.

Der Verein hat in seiner Arbeit das Fachkräftepotenzial von Frauen entwickelt und einen wesentlichen Beitrag zur Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsentwicklung geleistet, u. a. durch Modelle zu flexibleren und familienbewussten Arbeitszeitregelungen, durch den Aufbau von Netzwerken für Unternehmerinnen und durch Mentoringprogramme für Migrantinnen.52Harting, Mechthild (2014): Die Schweißerin ist nicht mehr in Mode. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 10.02., S. 35. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frauen-in-der-arbeitswelt-die-schweisserin-ist-nicht-mehr-in-mode-12793194.html (Zugriff am 09.05.2022).

Nach eigenen Angaben wurden bis 2020 rund 15.000 Frauen bei der Gründung selbstständiger Unternehmen unterstützt.53Jumpp (o. J.): Potenziale und Perspektiven. In: Webseite von jumpp. Online unter: https://www.jumpp.de/content/potenziale-und-perspektiven (Zugriff am 01.03.2020).

Publikationen der Gründerinnen

  • Haas, Lu/Jung, Dörthe/Rendtorff, Barbara (1984): Zur Situation selbstorganisierter Ein Überblick. Frankfurt/M.: Verein Sozialwissenschaftliche Forschung und Bildung  für Frauen.
  • Haas, Lu (1987): Die Anstrengung, Autonomie zu bewahren. Die Frankfurter Frauenbetriebe im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Landespolitik. In: Sozial extra. Zeitschrift für soziale Arbeit und Sozialpolitik, H. 4, S. 13–17.
  • Haas, Lu (1987): Frauenbetriebe – Ein Weg in ungeschützte Arbeitsverhältnisse. In: Rudolph, Hedwig/Manthey, Helga/Mayer, Christine/Ostendorf, Helga/Rabe-Kleberg, Ursula/Stahr, Ingeborg (Hg.): Ungeschützte Arbeitsverhältnisse. Frauen zwischen Risiko und neuer Lebensqualität. Hamburg: VSA-Verlag, S. 79–90. Online unter: https://www.yumpu.com/de/document/view/23368623/text-anzeigen-pdf-bei-duepublico (Zugriff am 26.07.2021).
  • Haas, Lu (1987): Frauen und Geld. Die Frankfurter Frauenbetriebe. In: Sozial extra. Zeitschrift für soziale Arbeit und Sozialpolitik, H. 12, S. 9–13.
  • Haas, Lu (1991): Gesamtübersicht über Programme zur Förderung von Kleinbetrieben in der Bundesrepublik Deutschland. In: CEDEFOP – Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Hg.): Beiträge zum Seminar über „Unternehmensgründung: die Rolle der Ausbildung im Rahmen der Politischen Förderungsmaßnahmen“. Berlin/Luxemburg, ISBN 92-826-2519-2.
  • Haas, Lu (Frauenbetriebe)/Schuh, Peter (IQUI)/Le Marois, Henri (ESPACE) (1992): Die Wirkungen der Politik zur Förderung der Gründung kleinerer Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere in den neuen Bundesländern (ehemalige DDR). Synthesebericht. Hg. von CEDEFOP – Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung. Berlin/Luxemburg, ISBN 92-826-4323-9.
  • Haas, Lu/Krieger, Gudrun (o. J.): Frauen starten in die Selbstständigkeit. Leitfaden für die Betriebsgründung. Herausgegeben von den Bevollmächtigten der Hessischen Landesregierung für Frauenangelegenheiten. Wiesbaden.
  • Krieger, Gudrun (1992): Frauenprojekte – Planung, Finanzierung, Durchführung. In: Brückner,  Margrit (Hg.): Frauen und Sozialmanagement. Freiburg/Br.: Verlag Lambertus, ISBN 978-3- 7841-0620-5, S. 123–147.

Publikation von jumpp – Frauenbetriebe e. V.

  • Nispel, Andrea (1999): Aufzeigen innovativer Gründungsfelder für Frauen und Analyse des Einflusses von Qualifikationen von Unternehmerinnen auf ihren Unternehmenserfolg. Eine Studie der Frauenbetriebe e. V., Frankfurt/M.
  • Block, Nora/Leicht, René (2017): Migrantinnen gründen. Projekt zur Unterstützung der Existenzgründung von Migrantinnen. Abschlussbericht, Zusammenfassung jumpp – Frauenbetriebe e. V., Frankfurt/M.
  • Jumpp (2019): Vision, Chancengleichheit & Wirtschaftskraft. Jubiläumsbroschüre 35 Jahre jumpp. Frankfurt/M. In: Webseite von jumpp. Online unter: https://www.jumpp.de/fileadmin/content/jumpp-Dateien/PR/PR__Publikationen/jumpp-broschuere_35Jahre_Onlineausgabe_11.2019.pdf (Zugriff am 27.07.2021).

Allgemeine Publikationen zur beruflicher Förderung

  • Die Grünen Linz (Hg.) (2007): Frauen Macht Zukunft. Dokumentation. Wien: Milena Verlag, ISBN 978-3-85286-149-4.
  • Goy, Antje (2004): Vernetzte Frauen: Netzwerke als Beitrag zur beruflichen Förderung von Frauen. Gelsenkirchen: VSTP Verlag Soziale Theorie & Praxis, ISBN 978-3-89983-250-1.
  • Lange, Ramona (2012): Chefin gesucht! Ein Ratgeber für selbständige Frauen. Bad Vilbel: Scoventa, ISBN 978-3-942073-05-9.
  • Oechsle, Mechtild/Geissler, Birgit (Hg.) (1998): Die ungleiche Gleichheit. Junge Frauen und der Wandel im Geschlechterverhältnis. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, ISBN 978-3-8100-2156-4.

Weblinks

Empfohlene Zitierweise