Frauenrecht ist Menschenrecht e. V.

Inhaltsverzeichnis
Standort von FIM in der Varrentrappstraße 55, Frankfurt am Main
Foto: Karin Kraus

Der Verein Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (FIM) mit Sitz in Frankfurt am Main ist eine interkulturelle Beratungs- und Informationsstelle für Migrantinnen und deren Angehörige.1Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main/Dezernat XI – Integration und Bildung/Amt für multikulturelle Angelegenheiten (Hg.) (2021): Angebote: FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht. In: Vielfalt bewegt Frankfurt – Integrations- und Diversitätsportal der Stadt Frankfurt am Main. Online unter: https://www.vielfalt-bewegt-frankfurt.de/de/fim-frauenrecht-ist-menschenrecht (Zugriff am 30.04.21). Er ging 2001 aus dem 1987 gegründeten Verein Ökumenische Asiengruppe e. V. hervor.

Tätigkeit

Im Zentrum stehen Menschenrechtsverletzungen und Benachteiligungen, von denen Frauen betroffen sind. Der Verein vertritt angesichts der spezifischen Situation, in der sich Migrantinnen durch Fluchterfahrungen, Asylverfahren und Integrationsprozesse befinden, einen interkulturellen Ansatz. Dabei steht die Intersektion zwischen Migration und Gewalt im Vordergrund.2Niesner, Elvira/Ramírez Vega, Encarni (2018): Armutsprostitution und sozial(politische) Arbeit. In: Angelina, Carina/Piasecki, Stefan/Schurian-Bremecker, Christiane (Hg.): Prostitution heute. Befunde und Perspektiven aus Gesellschaftswissenschaften und Sozialer Arbeit. Baden-Baden: Tectum Verlag, S. 161.

Beratungs- und Informationsgespräche finden in 19 Sprachen statt: Amharisch, Arabisch, Bulgarisch, Dari, Deutsch, Englisch, Französisch, Hindi, Paschtu, Persisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch, Tagalog, Thai, Tigrinya, Ungarisch, Usbekisch und Urdu. Durch die Kooperation mit Dolmetscherinnen wird die Beratung in weiteren Sprachen ermöglicht.3Servicestelle gegen Ausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel (Hg.) (o. J.): Beratungsstelle FIM e. V. In: Webseite der Servicestelle gegen Ausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel. Online unter: https://www.servicestelle-gegen-zwangsarbeit.de/beratungsstelle/fim-ffm/ (Zugriff am 05.10.2020).4Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe/Frauen gegen Gewalt e. V.: Hilfe vor Ort: FIM e. V. In: frauen-gegen-gewalt.de. Online unter: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/organisation/fim-frauenrecht-ist-menschenrecht-e-v.html (Zugriff am 05.10.2020). 5Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Unsere Angebote – Muttersprachliche Beratung. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/unsere-angebote/sozialberatung#muttersprachlich (Zugriff am 05.10.2020).

Geschichte

Anlässlich des Weltgebetstags der Frauen starteten 1980 Frauen aus Thailand einen Aufruf an die Menschen in den Industriestaaten, in dem sie auf Sextourismus und Frauenhandel aufmerksam machten. Brigitte Gößling, damals Mitglied der EKHN Synode, und andere Kirchenfrauen gründeten daraufhin in Frankfurt am Main die Ökumenische Thailandgruppe zur Unterstützung thailändischer Migrantinnen, die als Prostituierte oder Heiratsmigrantinnen nach Deutschland gekommen sind.6Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (Hg.) (o. J.): Frauenrecht und Menschenhandel. In: Webseite der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Online unter: https://www.ekhn.de/ueber-uns/geschichte/frauenbewegung-in-der-ekhn/meilensteine-und-initiativen/frauenrecht-menschenhandel.html (Zugriff am 05.10.2020).

Die bis 1987 ausschließlich ehrenamtliche Tätigkeit der Gruppe bestand aus kultursensibler Beratung und Unterstützung der Frauen und der gesellschaftlichen Aufklärung über die negativen Auswirkungen des Sextourismus.7Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (2010): Festschrift 30 Jahre FIM. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/09/Festschrift_30-Jahre.pdf (Zugriff am 05.10.2020).8Neuber, Robert (2005): Ehe als Flucht aus der Armut. In: Verband binationaler Familien und Partnerschaften (Hg.): iaf. Informationen. Partnerwahl: Variationen zu einem (un)politischen Thema, Nr. 2. Schwerpunkte der Aufklärungsarbeit waren Frauenhandel sowie die prekären Lebensverhältnisse, in denen sich Prostituierte und Migrantinnen aus Südostasien in informellen Arbeitsverhältnissen durch Illegalität oder Ausbeutung befinden.9Niesner, Elvira (1998): Grundsatzreferat: Menschenhandel – Frauenhandel, ein wachsendes Problem. In: Menschenhandel – Frauen ohne Rechte? Frauenhandel und Gewalt an ausländischen Frauen. Materialien zur Fachtagung am 29. September 1998 in Kassel, S. 14–17. 1987 erhielt die Gruppe finanzielle Mittel durch den Weltgebetstag und gründete sich als eingetragener gemeinnütziger Verein. Da sich die Arbeit des Vereins auf Migrantinnen aus ganz Südostasien ausweitete, wurde er umbenannt in Ökumenische Asiengruppe e. V. Neben den thailändischen Frauen unterstützte der Verein nun auch philippinische Frauen, die sich in prekären Lebenssituationen befanden und in Gewaltverhältnissen lebten. Ein Ziel war von Beginn an die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen mit ähnlichen Themenschwerpunkten. Eine der ersten Kooperationen bestand mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften/IAF e. V.

Seit der Vereinsgründung 1987 kam es durch die internationalen politischen Entwicklungen zu Verschiebungen der Arbeit des Vereins: Durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs und die damit verbundene Migration in Länder des Westens bildeten Migrantinnen aus Mittel- und Osteuropa einen immer größeren Anteil der Opfer von Menschenhandel.10Bundeskriminalamt (2018): Bundeslagebericht Menschenhandel und Ausbeutung 2018. Online unter: https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Menschenhandel/menschenhandelBundeslagebild2018.html;jsessionid=D1DBA0A9331090CEA263C10D90558B54.live0611?nn=27956 (Zugriff am 30.04.21). So gründete die Ökumenische Asiengruppe 1995 gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung (Agisra e. V.) das Projekt Jiskra, welches sich mit Hilfsangeboten an Frauen aus Mittel- und Osteuropa richtete.11Helwes, Frauke (1997): Literaturstudie – „Transformation – Migration – Prostitution. Ursachen, Bedingungen und Formen informeller Reproduktionstrategien von mittel- und osteuropäischen Migrantinnen. Berlin: Freie Universität.12Scherer, Peter (1997): Prostituierte haben kaum Chancen, sich zu befreien. In: Die Welt, Artikel vom 14.04. Online unter: https://www.welt.de/print-welt/article636159/Prostituierte-haben-kaum-Chancen-sich-zu-befreien.html (Zugriff am 05.10.2020).13Ladyfest FFM (1998): „Aschenputtel bringt sich auf den Markt“. Ein Interview mit der Jiskra-Mitarbeiterin Britta Schmitt zur Situation mittel- und osteuropäischer Frauen in Frankfurt am Main. In: com.une.farce. zeitschrift für kritik im netz & bewegung im alltag, Nr. 0/98. Online unter: http://www.ladyfest-ffm.copyriot.com/unefarce/no0/migra.htm (Zugriff am 05.10.2020). Nach Auflösung des Agisra e. V. in Frankfurt am Main im Jahr 2004 wurde das Beratungsangebot auf Frauen aus Lateinamerika und Afrika ausgeweitet.14Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (Hg.) (2010): Festschrift 30 Jahre FIM. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/09/Festschrift_30-Jahre.pdf (Zugriff am 05.10.2020).15Kapell, Elisabeth (2004): Ein offenes Ohr für Frauen und ihre Rechte – Frauenrecht ist Menschenrecht. In: Soziale Welt, 4(6), S. 8.

Ab 1987 setzte die Ökumenische Asiengruppe außerdem einen stärkeren Schwerpunkt auf die politische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Dieser veränderten Ausrichtung sowie der stetigen Erweiterung der Arbeit auf andere geografische Regionen wurde im Jahr 2001 mit der Umbenennung des Vereins in Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (FIM) Rechnung getragen.16Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (Hg.) (2010): Festschrift 30 Jahre FIM. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/09/Festschrift_30-Jahre.pdf (Zugriff am 05.10.2020). Heute richtet sich das Angebot von FIM nach eigenen Angaben an Migrantinnen aus der ganzen Welt.17Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Unsere Angebote – Muttersprachliche Beratung. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/unsere-angebote/sozialberatung#muttersprachlich (Zugriff am 05.10.2020).

Vereinsstruktur und Finanzierung

Der Verein beschäftigt 20 hauptamtlich arbeitende Mitarbeiterinnen mit den Arbeitsschwerpunkten Sozialberatung für Migrantinnen und deren Familien, Opferschutz bei Menschenhandel und Streetwork im Prostitutionsmilieu. Im ehrenamtlichen Vorstand von FIM sind Gertrud Mehrens (Vorsitzende), Brigitte Gößling (stellvertretende Vorsitzende), Gudrun Reinhart und Monika Kittler tätig. Seit dem Jahr 2001 ist Elvira Niesner Geschäftsführerin, Encarni Ramírez Vega ist Stellvertreterin und leitet den Bereich psychosoziale Beratung.18Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unsere Mitarbeiterinnen – Ihre Ansprechpartnerinnen. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/ansprechpartnerinnen (Zugriff am 05.10.2020).

Der Verein finanziert sich hauptsächlich aus öffentlichen Mitteln; den höchsten Anteil stellen die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen zur Verfügung. Zusätzlich wird FIM durch Stiftungen, Verbände, Unternehmen und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gefördert. 2018 standen dem Verein 1.116.000 Euro zur Verfügung.19Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Finanzierung 2018. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/09/Finanzierung-2018.pdf (Zugriff am 05.10.2020). Seit 2003 ist FIM Mitglied im Diakonischen Werk Hessen.20Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (Hg.) (2010): Festschrift 30 Jahre FIM. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/09/Festschrift_30-Jahre.pdf (Zugriff am 05.10.2020).21Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unser Netzwerk. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/netzwerk (Zugriff am 05.10.2020).

Selbstverständnis des Vereins

Grundhaltung und Werte

FIM ist nach eigenen Angaben eine feministische Menschenrechtsinstitution mit christlichen Wurzeln. Die Arbeit des Vereins basiert maßgeblich auf christlichen Prinzipien und aufklärerischen Überzeugungen wie der Nächstenliebe und der Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Der Verein setzt sich auf verschiedenen Ebenen dafür ein, Menschen vor „Käuflichkeit, Ausbeutung und Entwürdigung“22Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Satzung. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/09/2014_FIM-Satzung.pdf  (Zugriff am 05.10.2020). zu schützen. Entsprechend betrachtet FIM Prostitution und Sexarbeit nicht als Normalarbeitsverhältnis, sondern als das Ergebnis patriarchaler Herrschaftsstrukturen, in welchem sich das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern manifestiert. Daher vertritt der Verein eine grundsätzlich kritische und abolitionistische Position gegenüber dem Prostitutionsgewerbe. Geschäftsführerin Niesner unterstreicht in einem Beitrag für die 3sat-Sendung Scobel, dass die Menschenrechtsorganisation „Prostitution nicht als einen Beruf wie jeden anderen sehen“233sat (2016): Scobel: Sex gegen Geld. In: YouTube, Sendung vom 14.10., ab Minute 51. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=1axpdM4VhFE(Zugriff am 05.10.2020). könne, genauso wenig sei für FIM „jede Frau in der Prostitution ein Opfer von Gewalt und von Menschenhandel“.24Niesner, Elvira (2014): Stellungnahme FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. In: Deutscher Bundestag: Öffentliche Anhörung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe zu „Menschenhandel und Zwangsprostitution in Europa“, vom 21.05., Berlin, S. 4. Online unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/280580/5e62931b695ff2e3bb350b29c47aa8e1/Stellungnahme-Elvira-Niesner-data.pdf (Zugriff am 11.09.2020).

Bei den Beratungen von Prostituierten steht die Bewertung von Prostitution und Sexarbeit nicht im Vordergrund; vielmehr orientiert sich das Angebot an den akuten Bedürfnissen der Frauen.25Niesner, Elvira/Ramírez Vega, Encarni (2018): Armutsprostitution und sozial(politische) Arbeit. In: Angelina, Carina/Piasecki, Stefan/Schurian-Bremecker, Christiane (Hg.): Prostitution heute. Befunde und Perspektiven aus Gesellschaftswissenschaften und Sozialer Arbeit. Baden-Baden: Tectum Verlag, S. 160 f.

Mit dem Anliegen, Menschen vor Entwürdigung und Ausbeutung zu schützen, setzt sich FIM im Bereich Prostitution hauptsächlich für Zwangs- und Armutsprostituierte ein, die laut Angaben der NGO Foundation of Women’s Forum (FWF) die überwältigende Mehrheit der Prostituierten ausmachen.26Andrick, Susanna (2012): „Wirklich freiwillig ist niemand Prostituierte“. In: Zeit Online, Artikel vom 11.10. Online unter: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-10/zwangsprostitution-deutschland-menschenhandel (Zugriff am 05.10.2020).

Von denselben Prinzipien ausgehend stellen andere Menschenrechtsverletzungen wie Genitalverstümmelung/Genitalbeschneidung (FGM/C = Female Genital Mutilation/Cutting) oder Ehrgewalt, von denen auch überwiegend Frauen betroffen sind, weitere Schwerpunktthemen von FIM dar.27Diabaté, Petra (2012): Weibliche Genitalbeschneidung – Prävention und Opferschutz in Hessen. In: Hessisches Ärzteblatt, Nr. 11, S. 738 f.28Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (2018): Gewalt im Namen der Ehre. In: Schlaglichter 2018 – Jahresbericht. Beratungsschwerpunkte und Highlights, S. 22 f.29Europäische Kommission (2013): Internationaler Tag der Frau: Nulltoleranz für weibliche Genitalverstümmelung. Pressemitteilung vom 13.03., Brüssel. Online unter: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_13_189 (Zugriff am 13.11.2020).30Rüssmann, Ursula (2021): „Die Frauen finden ihr Frausein wieder“. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 28.03. Online unter: https://www.fr.de/politik/die-frauen-finden-ihr-frausein-wieder-90264504.html (Zugriff am 30.04.21).

Arbeit im Netzwerk

Der Verein versteht sich als Vernetzungsorganisation für und mit anderen Nichtregierungsorganisationen, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen. Über vielseitige Zusammenarbeit u. a. auch mittels sogenannter Runder Tische werden die Anliegen der Frauen in Fachkreise herein- und an politische Entscheidungsträger*innen herangetragen und fließen auch in Gesetzgebungsprozesse ein, wie beispielsweise bei der Istanbul-Konvention  im Jahr 2011. FIM ist u. a. Teil der Runden Tische zu den Themen Bekämpfung des Menschenhandels und „Gewalt im Namen der Ehre“ in Hessen.31Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unser Netzwerk. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/netzwerk (Zugriff am 05.10.2020).32Hessische Landesregierung (2008): Runder Tisch: „Bekämpfung des Menschenhandels“ in Hessen – Kooperationsvereinbarung zwischen Strafverfolgungsbehörden, Ausländerbehörden, Arbeitsagenturen, Sozialbehörden und Fachberatungsstellen zum Schutz von Opfern in Fällen von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Online unter: http://www.familienatlas.de/sites/fama/files/atoms/files/kooperationsvereinbarung.pdf (Zugriff am 15.11.2020).33Hessen gegen Ehrgewalt (o. J.): Über uns – Landesweiter Runder Tisch: Unsere Mitglieder. In: Webseite des Landesweiten Runden Tischs gegen Gewalt im Namen der Ehre in Hessen. Online unter: https://www.hessen-gegen-ehrgewalt.de/ueber-uns/landesweiter-runder-tisch/ (Zugriff am 15.11.2020).

Als hessenweite Vernetzungs- und Qualifizierungsstelle für Streetwork in der Armutsprostitution begleitet FIM die Entwicklung von Qualitätsstandards in der aufsuchenden Sozialarbeit.34Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unsere Geschichte: FIM heute. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/unsere-geschichte (Zugriff am 11.11.2020).

Ferner ist der Verein Mitglied im Deutschen Netzwerk zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung (INTEGRA), in der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung (ECPAT Deutschland e. V.) und im Netzwerk Hessen gegen Ehrgewalt.35Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unser Netzwerk. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/netzwerk (Zugriff am 05.10.2020).Aus einem breiten hessischen Netzwerk gegen Ehrgewalt entstand 2019 das Zwei-Regionen-Modell, ein enger Zusammenschluss von elf hessischen Hilfs- und Beratungsorganisationen. Damit sollen Hilfsangebote für Betroffene schnell und unbürokratisch gebündelt und Präventionsstrategien entwickelt werden.36Hessen gegen Ehrgewalt (o. J.): Wer sind wir. In: Webseite des Landesweiten Runden Tischs gegen Gewalt im Namen der Ehre in Hessen. Online unter: https://www.hessen-gegen-ehrgewalt.de/ueber-uns/landesweiter-runder-tisch/ (Zugriff am 05.10.2020).37Adeoso, Marie-Sophie (2019): Gegen Gewalt im Namen der Ehre. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 24.06. Online unter: https://www.fr.de/rhein-main/gegen-gewalt-namen-ehre-12666874.html (Zugriff am 05.10.2020). Für die Region Rhein-Main/Südhessen hat FIM die Schwerpunktträgerschaft übernommen.38Hessen gegen Ehrgewalt (o. J.): Zwei-Regionen-Modell. In: Webseite des Landesweiten Runden Tischs gegen Gewalt im Namen der Ehre in Hessen. Online unter: https://www.hessen-gegen-ehrgewalt.de/ueber-uns/zwei-regionen-modell/ (Zugriff am 07.05.2021).39Hessen gegen Ehrgewalt (o. J.): Region Rhein-Main/Südhessen. In: Webseite des Landesweiten Runden Tischs gegen Gewalt im Namen der Ehre in Hessen. Online unter: https://www.hessen-gegen-ehrgewalt.de/region-rhein-main/ (Zugriff am 07.05.2021).

Bei der Diakonie Hessen nimmt FIM an Vernetzungstreffen für Projekte teil, die dem „Empowerment von Flüchtlingsfrauen“ dienen.40Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unser Netzwerk. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/netzwerk (Zugriff am 05.10.2020).

Weiterhin organisiert FIM hessenweite Austauschtreffen für Fachkräfte aus Ordnungs- und Gesundheitsämtern zum Prostituiertenschutzgesetz und Vernetzungstreffen für Streetworkerinnen in der Armutsprostitution.41Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unser Netzwerk. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/netzwerk (Zugriff am 05.10.2020).

Zusammenarbeit mit Behörden

FIM sieht sich auch als Vermittlungsorganisation zwischen Migrantinnen und gesellschaftlichen Institutionen wie den Ordnungsämtern, anderen Beratungsstellen oder auch der Polizei und dem Justizapparat.42Fachbeirat zur kommunalen Umsetzung und Begleitung des Prostituiertenschutzgesetzes in Frankfurt am Main (2019): Prostituierte schützen. Zweiter Bericht des Fachbeirates. Frankfurt am Main, S. 25.43Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Beratungszentrum für Migrantinnen und ihre Familien. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/deutsche  (Zugriff am 05.10.2020). Auf den Verein wird häufig durch Ermittlungsbehörden hingewiesen; FIM arbeitet des Weiteren im Rahmen des Zeug*innenschutzprogramms bei Menschenhandel eng mit der Polizei zusammen.44Koma, Beate (2003): „Die Opfer stehen mit leeren Händen da“. In: Brigitte/Gesellschaft – Info-Magazin, Nr. 26, S. 192.45Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (2018): Runder Tisch „Bekämpfung des Menschenhandels“ in Hessen, S. 5 f. Online unter: https://www.gleichstellungsministerkonferenz.de/documents/gueltige-druckfassung-kooperationsvereinbarung-menschenhandel_1549985840.pdf (Zugriff am 01.08.2020).

Arbeitsschwerpunkte

Schild der FIM-Beratungsstelle in der Varrentrappstraße 55, Frankfurt am Main
Foto: Karin Kraus

Arbeit mit Prostituierten vor Ort

Ein zentraler Bestandteil in der Beratung und Unterstützung von Frauen ist die aufsuchende Sozialarbeit im Bahnhofsviertel und auf der Theodor-Heuss-Allee in Frankfurt am Main. Für Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. sind Streetworkerinnen im Einsatz, die Beratungen in Bordellen und auf dem Straßenstrich anbieten.46Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Unsere Angebote: Beratung für Prostituierte. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/unsere-angebote/beratung-fuer-prostituierte (Zugriff am 05.10.2020).

Von 2011 bis 2013 wurden FIM von der Stadt Frankfurt am Main Mittel für einen Nachtbus zur Verfügung gestellt.47Leppert, Georg (2016): Kein Bus mehr für Prostituierte. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 15.12. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kein-mehr-prostituierte-11071354.html (Zugriff am 05.10.2020). Der Bus diente der Kontaktaufnahme mit Prostituierten auf dem Straßenstrich über die Ausgabe von Verpflegung und Kondomen und bot die Gelegenheit, über Gesundheitsfragen und Ausstiegs- und Beratungsmöglichkeiten aufzuklären. Die Beratungen wurden von Frauen mit rumänischen und bulgarischen Sprachkenntnissen durchgeführt.48Scheh, Christian (2011): Mehr Schutz für Frauen auf dem Strich. Elvira Niesner macht sich für Prostituierte stark – im Interview spricht sie über deren größte Probleme. In: Frankfurter Neue Presse, Artikel vom 19.09., S. 14. Das Angebot wurde Ende 2013 eingestellt, da laut Angaben der Stadt die erwarteten positiven Effekte den Kosten von 110.000 Euro im Jahr  nicht gerecht geworden seien.49o. A. (2012): „Schlag gegen die Frauen“. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 21.08. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/schlag-gegen-frauen-11333299.html (Zugriff am 05.10.2020).50Leppert, Georg (2016): Kein Bus mehr für Prostituierte. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 15.12. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kein-mehr-prostituierte-11071354.html (Zugriff am 05.10.2020).

FIM kooperiert bei der Beratung von Prostituierten neben der Stadt Frankfurt am Main mit den Städten Marburg und Gießen sowie dem Landkreis Gießen: Auf die Initiative des Magistrats hin wurde in Marburg 2007 eine Beratungsstelle für Prostituierte geschaffen, die von FIM geführt wird. Neben der Sozialberatung findet in Kooperation mit der Frauenklinik/dem Gesundheitsamt eine Gesundheitsberatung statt, die zum Ziel hat, über sexuell übertragbare Krankheiten (STI) aufzuklären und Frauen dazu zu ermutigen, sich auf Erkrankungen testen zu lassen. Außerdem sind regelmäßig Mitarbeiterinnen von FIM in Bordellen vor Ort.51Universitätsstadt Marburg (Hg.): Prostitution. In: Marburg.de. Online unter: https://www.marburg.de/portal/seiten/prostitution-900001439-23001.html (Zugriff am 5. Oktober 2020).52Cordes, Geesa (2012): Streetwork im Rotlicht. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 15.03. Online unter: https://www.fr.de/rhein-main/streetwork-rotlicht-11316874.html (Zugriff am 12.07.2021).53Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Unsere Angebote: Beratung für Prostituierte. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/unsere-angebote/beratung-fuer-prostituierte (Zugriff am 05.10.2020).

Seit dem Inkrafttreten des bundesweiten Prostituiertenschutzgesetzes im Jahr 2017 ist FIM überregional als Dienstleistungsorganisation tätig: Neben Marburg und Gießen zieht der Landkreis Gießen FIM bei der Durchführung der obligatorischen Informations- und Aufklärungsgespräche hinzu.54Landkreis Gießen (2017): Landkreis Gießen und FIM arbeiten zusammen, Pressemitteilung. In: Webseite des Landkreises Gießen. Online unter: https://www.lkgi.de/verkehr-sicherheit-und-ordnung/2679-landkreis-giessen-und-fim-e-v-arbeiten-zusammen (Zugriff am 05.10.2020).

Kontroversen um die Arbeit mit Prostituierten

Die Entscheidung, das Angebot des Nachtbusses für Prostituierte auf dem Straßenstrich einzustellen, hat zu Kontroversen geführt. Der Verein Doña Carmen, der sich für die Anerkennung der Prostitution als Beruf einsetzt, kritisierte einerseits die Entscheidung der Stadt, das Angebot einzustellen und nicht wieder aufzunehmen, und andererseits die Rolle von FIM in der städtischen Kooperation, da Doña Carmen e. V. eine Zusammenarbeit mit der Polizei nach dem Motto „Rechte statt Razzien“ kategorisch ablehnt.55Doña Carmen e. V.: Selbstverständnis. In: Webseite von Doña Carmen e. V. Online unter: https://www.donacarmen.de/dona-carmen/selbstverstandnis/ (Zugriff am 05.10.2020). Doña Carmen steht in der Kritik, ausschließlich die Minderheitsinteressen von selbstbestimmt arbeitenden Prostituierten zu vertreten und damit die Menschenrechtsverletzungen, die in der Mehrheit der Fälle mit Prostitution einhergehen, zu ignorieren und zu verharmlosen.56Smith, John (2019): Kritik an der Streitschrift gegen das Prostituiertenschutzgesetz. In: Ruhrbarone, Artikel vom 30.10. Online unter: https://www.ruhrbarone.de/kritik-an-der-streitschrift-gegen-das-prostituiertenschutzgesetz/174974 (Zugriff am 05.10.2020).57Sigl, Mira (2017): Ware Mensch und wahre Menschlichkeit: Happy Sexwork PR unter dem Deckmantel linker Kritik in Frankfurt. In: Die Störenfriedas, Artikel vom 02.09. Online unter (https://diestoerenfriedas.de/ware-mensch-und-wahre-menschlichkeit-happy-sexwork-pr-unter-dem-deckmantel-linker-kritik-in-frankfurt/ (Zugriff am 05.10.2020). Laut Elvira Niesner führe die Dominanz dieser Position im öffentlichen Diskurs dazu, dass die Gruppe der Armutsprostituierten und der Opfer von Menschenhandel zu wenig Beachtung erhalte und sich der Diskurs zugunsten von ideologischen Motiven verschiebe. Der Anteil der selbstbestimmt arbeitenden Prostituierten liegt nach Einschätzung Niesners und anderer Expert*innen, wie z. B. Vertreter*innen des LKA und von Beratungsstellen, bei höchstens 10 %.58Niesner, Elvira (2014): Stellungnahme FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. In: Deutscher Bundestag: Öffentliche Anhörung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe zu „Menschenhandel und Zwangsprostitution in Europa“, vom 21.05., Berlin, S. 4. Online unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/280580/5e62931b695ff2e3bb350b29c47aa8e1/Stellungnahme-Elvira-Niesner-data.pdf (Zugriff am 11.09.2020).59Andrick, Susanna (2012): „Wirklich freiwillig ist niemand Prostituierte“. In: Zeit Online, Artikel vom 11.10. Online unter: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-10/zwangsprostitution-deutschland-menschenhandel (Zugriff am 05.10.2020).

Interkulturelle Beratungs- und Bildungsarbeit

FIM bietet eine kostenfreie und mehrsprachige Beratung für Migrantinnen und deren Familien zu einer Vielzahl von Themen an: Neben den Betroffenen von häuslicher, sexueller oder „Ehrgewalt“ unterstützt der Verein auch Frauen, die Opfer weiblicher Genitalverstümmelung/Genitalbeschneidung (FGM/C) geworden sind oder in Gefahr sind, verstümmelt zu werden.60Kehler, Marie Lisa (2018): Viel Leid durch Genitalverstümmelung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 18.01. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/viel-leid-durch-genitalverstuemmelung-15404301.html (Zugriff am 05.10.2020).61Haile, Litta/Ndamm-Njikoufon, Charlotte/Niesner, Elvira (2018): Weibliche Genitalbeschneidung (FGM/C) – Enttabuisierung und Prävention. In: Amt für Multikulturelle Angelegenheiten (Hg.): Gesundheit vor Ort. Hilfe bei Gewalt & in Notlagen, S. 32–36.

In der Beratungsarbeit mit Frauen, die potenziell von Genitalverstümmelung/Genitalbeschneidung (FGM/C) betroffen sind, legt FIM großen Wert auf einen „kultursensiblen“ Ansatz. Das bedeutet, Verständnis für die sozio-kulturellen Hintergründe von Traditionen aufzubringen und darüber aufzuklären. FIM sieht darin die Chance, geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen durch Enttabuisierung zu bekämpfen.62Frauenrecht ist Menschenrecht e. V.: Dossier: Was ist FGM/C? In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/09/FGMC_Dossier_FIM.pdf (Zugriff am 05.10.2020). FIM-Beraterinnen sind deutschlandweit bei Fachtagungen, Arbeitskreisen und Organisationen als Expertinnen zum Thema FGM vor Ort.63Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (2018): FGM/C. In: Schlaglichter 2018 – Jahresbericht. Beratungsschwerpunkte und Highlights, S. 20 f.64o. A. (2017): Organisierte Gewalt an Frauen. In: Gießener Anzeiger, Artikel vom 28.11.Online unter: https://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/organisierte-gewalt-an-frauen_18353099 (Zugriff am 30.04.2021). Auch bietet der Verein Weiterbildungen für Fachpersonal aus Flüchtlingsunterkünften, Schwangerschafts- und Familienberatungsstellungen sowie Jugendämtern an.

FIM berät darüber hinaus auch bei Fragen zu Aufenthaltsrecht, Asyl, Bildung und Integration sowie zu Partnerschaft, Ehe und Familie im Allgemeinen. Je nach Situation werden den Frauen und ihren Familien bedarfsgerechte Hilfsangebote vermittelt.65Servicestelle gegen Ausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel (Hg.) (o. J.): Beratungsstelle FIM e. V. In: Webseite der Servicestelle gegen Ausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel. Online unter: https://www.servicestelle-gegen-zwangsarbeit.de/beratungsstelle/fim-ffm/ (Zugriff am 05.10.2020).66Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe/Frauen gegen Gewalt e. V.: Hilfe vor Ort: FIM e. V. In: frauen-gegen-gewalt.de. Online unter: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/organisation/fim-frauenrecht-ist-menschenrecht-e-v.html (Zugriff am 05.10.2020). Außerdem werden auf Anfrage Schulungen für Ehrenamtliche und Fachkräfte zu interkultureller Beratung, frauenspezifischer Gewalt und Ausbeutung im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung angeboten.67Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Unsere Angebote: Fortbildungen für Fachkräfte. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/unsere-angebote/fortbildung-fuer-fachkraefte (Zugriff am 05.10.2020).

Mit dem Ziel, gesellschaftliche Integration und Teilhabe für Migrantinnen zu erreichen und ihrer Benachteiligung entgegenzuwirken, stellt FIM Bildungsangebote für verschiedene Zielgruppen zur Verfügung.68Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Unsere Themen: Soziale Teilhabe. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/unsere-themen/soziale-teilhabe (Zugriff am 05.10.2020).69Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Unsere Angebote: Empowerment für Geflüchtete. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: (https://fim-frauenrecht.de/unsere-angebote/empowerment (Zugriff am 11.11.2020). Der Verein bietet Migrantinnen sowie Geflüchteten Deutschkurse und Bildungsmodule zu verschiedenen Themen an. Dabei werden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Frauen selbstbewusst in der Kultur des Ankunftslands bewegen können.70Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (2020): Schlaglichter 2019– Jahresbericht. Highlights und aktuelle Entwicklungen, S. 7. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/wp-content/uploads/2020/11/FIM_2019_AnsichtWEB.pdf (Zugriff am 11.11.2020).

Opferschutz bei Menschenhandel und Zwangsprostitution

Seit 1999 ist der Verein die offizielle Koordinierungs- und Vernetzungsstelle für die Opferschutzarbeit bei Menschenhandel in Hessen. FIM lädt in dieser Funktion jährlich zu einem Fachaustausch zwischen den hessischen Ermittlungsbehörden und Fachberatungsstellen ein.71Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (2018): Runder Tisch „Bekämpfung des Menschenhandels“ in Hessen, S. 7 f. Online unter: https://www.gleichstellungsministerkonferenz.de/documents/gueltige-druckfassung-kooperationsvereinbarung-menschenhandel_1549985840.pdf (Zugriff am 01.08.2020) FIM-Geschäftsführerin Niesner tritt in verschiedenen Zusammenhängen als Expertin für Fragen zu Zwangsprostitution und Menschenhandel auf, wie beispielsweise bei einer Anhörung des Menschenrechtsausschusses im Bundestag im Jahr 2014.72Niesner, Elvira (2014): Stellungnahme FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. In: Deutscher Bundestag: Öffentliche Anhörung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe zu „Menschenhandel und Zwangsprostitution in Europa“, vom 21.05., Berlin, S. 4. Online unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/280580/5e62931b695ff2e3bb350b29c47aa8e1/Stellungnahme-Elvira-Niesner-data.pdf (Zugriff am 11.09.2020).73Burgert, Julian (2014): Druck auf die Hintermänner. In: Das Parlament, Nr. 22–23, Artikel vom 26.05. Online unter: https://www.das-parlament.de/2014/22_23/EuropaWelt/51041476-327610 (Zugriff am 05.10.2020). Außerdem ist FIM Mitglied im bundesweiten Koordinierungskreis gegen Menschenhandel (KOK e. V.).74Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. (o. J.): Über uns – Unser Netzwerk. In: Webseite von FIM e. V. Online unter: https://fim-frauenrecht.de/ueber-uns/netzwerk (Zugriff am 05.10.2020).

Im Jahr 2006 führte der Verein in Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk eine bundesweite Kampagne gegen Zwangsprostitution durch, da man befürchtete, die Zwangsprostitution könne im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland deutlich zunehmen.75Poggenpohl, Jens (2006): Fußball, Sex und Sklaverei. In: Der Tagesspiegel, Artikel vom 23.02. Online unter: https://www.tagesspiegel.de/politik/fussball-sex-und-sklaverei/687610.html (Zugriff am 05.10.2020).76Ripperger, Sabine (2006): Rote Karte für Zwangsprostitution. In. Deutsche Welle, Beitrag vom 26.02. Online unter: https://www.dw.com/de/rote-karte-für-zwangsprostitution/a-1915022 (Zugriff am 05.10.2020).77Lodde, Eva (2006): Wir vertrauen auf das Einfühlungsvermögen der Freier . In: Spiegel Online, Artikel vom 08.03. Online unter: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/prostitution-bei-der-wm-wir-vertrauen-auf-das-einfuehlungsvermoegen-der-freier-a-404770.html (Zugriff am 05.10.2020). Die Kampagne richtete sich mit Flyern, Plakaten und Fernsehspots direkt an die potenziellen Freier, um sie für das Thema zu sensibilisieren, und forderte sie dazu auf, sich in Verdachtsfällen an eine anonyme Hotline zu wenden.78Poggenpohl, Jens (2006): Fußball, Sex und Sklaverei. In: Der Tagesspiegel, Artikel vom 23.02. Online unter: https://www.tagesspiegel.de/politik/fussball-sex-und-sklaverei/687610.html (Zugriff am 05.10.2020).79Ripperger, Sabine (2006): Rote Karte für Zwangsprostitution. In. Deutsche Welle, Beitrag vom 26.02. Online unter: https://www.dw.com/de/rote-karte-für-zwangsprostitution/a-1915022 (Zugriff am 05.10.2020).80Schrupp, Antje (2006): Fair Play auch im Bordell. In: Evangelisches Frankfurt, Nr. 1. Online unter: http://www.antjeschrupp.de/zwangsprostitution (Zugriff am 05.10.2020).

Erkenntnisse aus dieser Kampagne wurden seitdem breit rezipiert: Unter anderem hat das Schweizer Bundesamt für Polizei aus dieser und anderen Kampagnen Empfehlungen für Maßnahmen gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel für die Fußballeuropameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz abgeleitet.81Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD/Bundesamt für Polizei fedpol/Stab Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (2007): Auswertung: Zwangsprostitution und Menschenhandel anlässlich der WM 2006 und Empfehlungen für öffentliche Präventionskampagnen vor und während der UEFA EURO 2008TM in der Schweiz. In: humanrights.ch, Beitrag vom 22.01. Online unter: https://www.humanrights.ch/cms/upload/pdf/0780703_EJPD_Auswertung.pdf (Zugriff am 30.04.2021).

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