Maria Wismeth

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Maria Wismeth ist eine deutsche Anglistin und Germanistin, die sich als Kinobetreiberin, Kulturmanagerin und langjährige Geschäftsführerin der Hessischen Filmförderung für den Filmstandort Hessen eingesetzt hat.

Durch ihre Mitarbeit in Gremien wie der Bundesvereinigung des Deutschen Films (BUFI) brachte sie sich auch in bundesweite Debatten in der deutschen Filmlandschaft ein. In Frankfurt am Main engagiert sie sich als Vorstandsmitglied der Kinothek Asta Nielsen e. V. in der lokalen Filmszene.

Filmclub, Mondpalast und Frankfurter Filmschau

Bereits als Schülerin zeigte Maria Wismeth Interesse am Film und organisierte einen Filmclub. Der Filmclub präsentierte einmal pro Woche einen Film im Kino in Lohr am Main. Zum Programm gehörten unter anderem Filme von Ingmar Bergman und Alain Resnais.1Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).

Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Philosophie an den Universitäten Erlangen und Marburg arbeitete Wismeth als Lehrerin für Deutsch und Englisch, gab ihre Beamtenlaufbahn jedoch nach kurzer Zeit wieder auf.2Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).3Kinothek Asta Nielsen e. V. (o. J.): Verein ­– Vorstand. In: Webseite der Kinothek Asta Nielsen e. V. Online unter: http://kinothek-asta-nielsen.de/verein/vorstand.html (Zugriff am 15.01.2021) Gemeinsam mit Eva C. Heldmann und Malu Frank gründete sie 1979 das Programmkino „Mondpalast“ in Niederbrechen bei Limburg/Lahn.4Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020). Im „Mondpalast“ wurden neben Filmklassikern wie „Harold und Maude“, „The Rocky Horror Picture Show“ und „Hiroshima mon amour“ auch experimentelle Filmkunstwerke gezeigt, darunter Arbeiten von Aktionskünstler*innen aus New York.5Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).6o. A. (1983): Programmheft „Mondpalast“, September. Darüber hinaus stellten die Kinobetreiberinnen Filmreihen zusammen, beispielsweise zum expressionistischen Film, zu Revuefilmen der 1930 und 40er Jahre oder zum Thema „Vamp“.7o. A. (1981): Programmheft „Mondpalast“, März.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit für „Mondpalast“ gab Wismeth eine Programmzeitschrift heraus und organisierte Film-, Musik- und Theaterveranstaltungen.8Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).9o. A. (2013): Der Goldene Herkules 2013. In: filmladen.de. Online unter:  http://www.filmladen.de/dokfest_alt/programm/home/herkules.html (Zugriff am 27.10.2020). Zu den Gästen gehörten unter anderem Regisseur*innen, die ihre Filme vorstellten und mit dem Publikum diskutierten, darunter beispielsweise Hans Noever.10o. A. (1980): Programmheft „Mondpalast“, November.

Nach der Geburt ihres Sohns zog sich Wismeth aus dem „Mondpalast“ zurück und war in der Werbung tätig.11Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020). 1995 wechselte sie wieder in die Filmbranche und übernahm die Leitung des Filmfestivals „Frankfurter Filmschau“ in Frankfurt am Main.12o. A. (2013): Der Goldene Herkules 2013. In: filmladen.de. Online unter:  http://www.filmladen.de/dokfest_alt/programm/home/herkules.html (Zugriff am 27.10.2020).

Hessische Filmförderung

1997 wurde Maria Wismeth zur Hauptgeschäftsführerin der Hessischen Filmförderung ernannt, eine Position, die sie bis zu ihrem Ruhestand 2014 innehatte. Wismeth hatte mit kurzen Unterbrechungen bereits seit 1995 die kulturelle Filmförderung geführt. 13Brahms, Marielies (2016): Geschichtlicher Rückblick: Filmförderung in Hessen – ein Blick zurück auf über 25 Jahre bewegter Geschichte, Beitrag vom 02.10. Online unter: https://silo.tips/download/geschichtlicher-rckblick-filmfrderung-in-hessen-ein-blick-zurck-auf-ber-25-jahre (Zugriff am 09.12.2020). 1997 wurde in Frankfurt am Main eine gemeinsame Geschäftsstelle für die kulturelle Filmförderung und die Hessische Rundfunk Filmförderung (HFF-hr) eingerichtet, deren Leitung Wismeth und ihrer Co-Geschäftsführerin Verena Metze-Mangold übertragen wurde.14Hessische Filmförderung (Hg.) (2006): 10 Jahre Hessische Rundfunkförderung – 10 Jahre Gemeinsame Geschäftsstelle Filmförderung Hessen. Broschüre zum Jubiläum. Frankfurt/M.: Hessische Filmförderung. Online unter: https://silo.tips/download/geschichtlicher-rckblick-filmfrderung-in-hessen-ein-blick-zurck-auf-ber-25-jahre (Zugriff am 09.12.2020).15Magel, Eva-Maria (2007): Man muss auch etwas riskieren. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 13.06. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/man-muss-auch-etwas-riskieren-1433830.html (Zugriff am 09.12.2020).

In ihrer Amtszeit setzte sich Wismeth für die Filmproduktion in Hessen ein. Mit der Film Commission Hessen etablierte sie eine Service-Einrichtung, die Filmproduzent*innen in vielen Bereichen mit Diensten und Ratschlägen unterstützt, etwa bei der Drehortsuche oder bei Fragen zur Logistik.16Madeisky, Uschi (2015): Zum Abschied von der Branche gefeiert. In: GRIP, Nr. 51. Online unter: https://www.filmhaus-frankfurt.de/de/grip/grip-51/zum-abschied-von-der-branche-gefeiert/ (Zugriff am 27.10.2020).17Magel, Eva-Maria (2007): Man muss auch etwas riskieren. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 13.06. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/man-muss-auch-etwas-riskieren-1433830.html (Zugriff am 09.12.2020).18HessenFilm und Medien (o. J.): Film Commission Hessen – Ihr Film, unsere Mission. In: Webseite der HessenFilm und Medien. Online unter: https://www.hessenfilm.de/film-commission-hessen.html,  (Zugriff am 19.12.2020). Auch die Förderung von jungen Talenten war Wismeth sehr wichtig. Gemeinsam mit Anja Hennigsmeyer entwickelte sie ein Konzept für eine Exzellenzförderung des hessischen Filmnachwuchses, das aufgrund fehlender finanzieller Mittel allerdings nicht umgesetzt werden konnte.19Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).20Wismeth, Maria (2013): Film­- und Mediennachwuchs in Hessen. In: GRIP, Nr. 47. Online unter: https://www.filmhaus-frankfurt.de/de/grip/grip-47/film-und-mediennachwuchs-in-hessen/ (Zugriff am 27.10.2020). Darüber hinaus war sie Mitinitiatorin des Drehbuchcamps, einer Fortbildungsveranstaltung für Drehbuchautor*innen, für die Stipendien vergeben werden, um die sich hessische Hochschulabgänger*innen bewerben können.21Madeisky, Uschi (2015): Zum Abschied von der Branche gefeiert. In: GRIP, Nr. 51. Online unter: https://www.filmhaus-frankfurt.de/de/grip/grip-51/zum-abschied-von-der-branche-gefeiert/ (Zugriff am 27.10.2020).22Wismeth, Maria (2013): Film­- und Mediennachwuchs in Hessen. In: GRIP, Nr. 47. Online unter: https://www.filmhaus-frankfurt.de/de/grip/grip-47/film-und-mediennachwuchs-in-hessen/ (Zugriff am 27.10.2020).

Wismeth legte großen Wert auf anspruchsvolle und kulturell wertvolle Produktionen. Dokumentarfilme, Nachwuchsprojekte und experimentelle Arbeiten jenseits des Mainstreams erachtete sie als zentral für das Profil Hessens in der deutschen Filmlandschaft.23Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).24Maier, Karl (2014): Kulturelle Filmförderung stärken: Abschied in Hessen. In: Film- & Medienbüro Niedersachsen: Rundbrief 115. Online unter: http://filmbuero-nds.de/rundbrief/jahrgang-2014/rundbrief-115.html (Zugriff am 27.10.2020). Zu den erfolgreichen Filmen junger Talente, die in ihrer Amtszeit gefördert wurden, gehört Sung-Hyung Chos preisgekrönter Dokumentarfilm „Full Metal Village“.25Magel, Eva-Maria (2007): Man muss auch etwas riskieren. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel vom 13.06. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/man-muss-auch-etwas-riskieren-1433830.html (Zugriff am 09.12.2020). Kommerziell erfolgreiche Filme wie Matthias Schweighöfers „Schlussmacher“, eine Komödie, die zum Teil in Frankfurt gedreht wurde, hält Wismeth aber auch für wichtig.26Dosch, Andreas (2013): Für Hessen auf der Berlinale. In: Journal Frankfurt, Artikel vom 06.02. Online unter: https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Kultur-9/Fuer-Hessen-auf-der-Berlinale-Alles-fuer-den-Film-17868.html (Zugriff am 27.10.2020).

Eine nennenswerte Veränderung in der Struktur der Hessischen Filmförderung, die Wismeth angeregt und zusammen mit anderen Branchenvertreter*innen entwickelt hat, ist die Hessen Film und Medien, die seit 2016 alle Filmförderprogramme in Hessen bündelt.27HessenFilm und Medien (o. J.): Die Geschichte der Filmförderung in Hessen. In: Webseite der HessenFilm und Medien. Online unter: https://www.hessenfilm.de/hessenfilm-und-medien/die-geschichte-der-filmfoerderung-in-hessen.html (Zugriff am 01.12.2020).28Dosch, Andreas (2013): Für Hessen auf der Berlinale. In: Journal Frankfurt, Artikel vom 06.02. Online unter: https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Kultur-9/Fuer-Hessen-auf-der-Berlinale-Alles-fuer-den-Film-17868.html (Zugriff am 27.10.2020).29Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020). Wismeth hatte vor der Gründung der Hessen Film und Medien argumentiert, dass das Hessische Filmfördersystem zu kompliziert sei und dass ein gemeinsamer Fördertopf dabei helfen würde, die Rahmenbedingungen für die Filmproduktion zu verbessern und das Filmland Hessen zu stärken.30Dosch, Andreas (2013): Für Hessen auf der Berlinale. In: Journal Frankfurt, Artikel vom 06.02. Online unter: https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Kultur-9/Fuer-Hessen-auf-der-Berlinale-Alles-fuer-den-Film-17868.html (Zugriff am 27.10.2020). In diesem Zusammenhang wies sie außerdem darauf hin, dass das vorhandene Budget zu niedrig und dass insbesondere im Bereich der kulturellen Filmförderung eine Erhöhung wünschenswert sei.31Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020). Mit den bis dato zur Verfügung stehenden Mitteln hätte die kulturelle Filmförderung nicht aufbauend arbeiten können; große Spielfilme wären angesichts der Finanzlage nicht denkbar gewesen.32Lemhöfer, Anne (2009): Mehr als Türme. Interview mit Maria Wismeth. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 19.10. Online unter: https://www.fr.de/rhein-main/mehr-tuerme-11496391.html (Zugriff am 09.10.2020).33Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).

Wismeth beeinflusste das regionale Filmgeschehen auch als Leiterin und Mitglied von Entscheidungskommissionen und Jurys, etwa für den Hessischen Filmpreis, den Goldenen Herkules, Hessen Invest Film oder die Hessischer Rundfunk Filmförderung (HFF-hr).34o. A. (2013): Der Goldene Herkules 2013. In: filmladen.de. Online unter:  http://www.filmladen.de/dokfest_alt/programm/home/herkules.html (Zugriff am 27.10.2020).35Madeisky, Uschi (2015): Zum Abschied von der Branche gefeiert. In: GRIP, Nr. 51. Online unter: https://www.filmhaus-frankfurt.de/de/grip/grip-51/zum-abschied-von-der-branche-gefeiert/ (Zugriff am 27.10.2020).36Seipel, Regine (2019): Kulturelle Filmförderung stärken. In: Frankfurter Rundschau, Artikel vom 16.01. Online unter: https://www.fr.de/frankfurt/kulturelle-filmfoerderung-staerken-11258825.html (Zugriff am 02.12.2020).37Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main (o. J.): Hessische Rundfunk Filmförderung (HFF-hr). In: Newsarchiv. Online unter: https://www.hfg-offenbach.de/de/news/hessische-rundfunk-filmfoerderung-hff-hr#news (Zugriff am 02.12.2020). Die von der Hessischen Filmförderung unterstützten Filme vertrat sie auf nationalen und internationalen Festivals, darunter beispielsweise den Dokumentarfilm „Vergiss Mein Nicht“ von David Sieveking, der bei der Berlinale lief.38Dosch, Andreas (2013): Für Hessen auf der Berlinale. In: Journal Frankfurt, Artikel vom 06.02. Online unter: https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Kultur-9/Fuer-Hessen-auf-der-Berlinale-Alles-fuer-den-Film-17868.html (Zugriff am 27.10.2020).

Wismeth äußerte sich auch bundesweit zu Debatten in der deutschen Filmlandschaft. Einer ihrer Kritikpunkte betraf den ihrer Ansicht nach zu großen Einfluss von TV-Sendern. Fernsehvertreter*innen sollten nicht länger in Regionalförderungen sitzen, da dies nicht zur Förderung der Filmproduzent*innen beitrage.39Madeisky, Uschi (2015): Zum Abschied von der Branche gefeiert. In: GRIP, Nr. 51. Online unter: https://www.filmhaus-frankfurt.de/de/grip/grip-51/zum-abschied-von-der-branche-gefeiert/ (Zugriff am 27.10.2020).40Feyerbacher, Renate (2013): Hessischer Film- und Kinopreis 2013. In: Feuilleton Frankfurt, Artikel vom 28.10. Online unter: https://www.feuilletonfrankfurt.de/2013/10/28/hessischer-film-und-kinopreis-2013/ (Zugriff am 01.12.2020). Als Alternative schlug sie vor, zum Modell der Senderankäufe zurückzukehren. Dies würde Filmproduzent*nnen erlauben, Eigenkapitel zu bilden, was wiederum zur Produktion eines originelleren Filmprogramms führen würde. Die Fernsehsender könnten, so Wismeth, dann aus diesem breit gefächerten Programm auswählen.41Maier, Karl (2014): Kulturelle Filmförderung stärken: Abschied in Hessen. In: Film- & Medienbüro Niedersachsen: Rundbrief 115. Online unter: http://filmbuero-nds.de/rundbrief/jahrgang-2014/rundbrief-115.html (Zugriff am 27.10.2020). In ihrer Funktion als Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung des Deutschen Films (BUFI) kritisierte Wismeth, dass es dem vom ehemaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann angestoßenen „Bündnis für den Film“ nicht gelungen sei, Maßnahmen zur Beschränkung der Macht der Fernsehsender sowie zur Stärkung der Filmproduzent*innen umzusetzen. Das Bundespresseamt wies den Vorwurf des Scheiterns mit dem Hinweis zurück, dass es sich bei dem „Bündnis für den Film“ nicht um eine einmalige Veranstaltung, sondern um einen längerfristigen Arbeitsprozess handle.42DPA, Bundespresseamt (2000): Bündnis für Film nicht gescheitert. In: Die Welt, Artikel vom 23.08. Online unter: https://www.welt.de/print-welt/article529618/Bundespresseamt-Buendnis-fuer-Film-nicht-gescheitert.html (Zugriff am 09.10.2020).43DDP (2000): „Bündnis für den Film“: Die Nächste Gesprächsrunde findet im Herbst statt. In: Tagesspiegel, Artikel vom 22.08. Online unter: https://www.tagesspiegel.de/kultur/buendnis-fuer-den-film-die-naechste-gespraechsrunde-findet-im-herbst-statt/161166.html (Zugriff am 09.10.2020).44hgr (2000): Nach zwei Jahren: Das „Bündnis für Film“ tritt auf der Stelle. In: Die Welt, Artikel vom 30.09. Online unter: https://www.welt.de/print-welt/article536048/Nach-zwei-Jahren-Das-Buendnis-fuer-Film-tritt-auf-der-Stelle.html (Zugriff am 18.10.2020).

Engagement für weibliches Filmschaffen

Über ihre Tätigkeit bei der Hessischen Filmförderung hinaus hat sich Maria Wismeth bei der Kinothek Asta Nielsen e. V. engagiert. Bis heute ist sie Vorstandsmitglied des Frankfurter Vereins, der sich für die Filmarbeit von Frauen in Geschichte und Gegenwart einsetzt.45Kinothek Asta Nielsen e. V. (o. J.): Verein. In: Webseite der Kinothek Asta Nielsen e. V. Online unter: http://kinothek-asta-nielsen.de/verein/ (Zugriff am 10.12.2020).

Auch das Programm, das Wismeth gemeinsam mit Heldmann und Frank für das Kino „Mondpalast“ entwarf, zeugt von ihrem Bewusstsein für weibliche Filmschaffende. Im September 1980 kündigten die drei „Kinofrauen“ Filmreihen zu Themen wie Ökologie, Familie und der Frauenbewegung an.46o. A. (1980): Programmheft „Mondpalast“, September. In dem Programmheft, das im Februar 1981 erschien, wird eine Serie zu den Themen Prostitution und Gewalt vorgestellt. Darüber hinaus werben die Kinobetreiberinnen für eine Diskussion von Margarethe von Trottas preisgekröntem Film „Schwestern oder die Balance des Glücks“ und eine neue Filmreihe, in deren Rahmen jeden Monat eine andere Regisseurin vorgestellt wird.47o. A. (1981): Programmheft „Mondpalast“, Februar. Weitere Themenreihen widmeten sich weiblichen Vampirfilmen und Filmen über grausame Frauen.48o. A. (1983): Programmheft „Mondpalast“, September.

In der Filmzeitschrift „Frauen und Film“ veröffentlichte Maria Wismeth im Jahr 2000 eine Rezension des Films „Bildnis einer Trinkerin – Aller jamais retour“ von Ulrike Ottinger. In der Kritik erinnert sie sich an ihre erste Reaktion auf den Film, den sie 1979 beim Filmfestival in Hof für seine Künstlichkeit lobte und nun als übermäßig stilisiert empfindet. Im Jahr 2000 sieht sie sich in dem Film wie in einem Museum umhergehen; das „Bildnis einer Trinkerin“ lässt sie an ihre Jugend in einer Kleinstadt der 1960er Jahre denken.49Wismeth, Maria (2000): Bildnis einer Trinkerin – narzißtisch-pessimistischer Kult der Einsamkeit. In: Frauen und Film, Nr. 62, Juni, S. 48–­49.

Veröffentlichungen

  • Wismeth, Maria (2000): Bildnis einer Trinkerin – narzißtisch-pessimistischer Kult der Einsamkeit. In: Frauen und Film, Nr. 62, Juni, S. 48–­49.

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