Tebogo Nimindé-Dundadengar

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Tebogo Nimindé-Dundadengar (* 1981 in Botswana) ist eine deutsche Psychologin, Autorin und Gründerin. Sie lebt seit ihrem vierten Lebensjahr in Deutschland und ist in Norddeutschland aufgewachsen. Sie ist Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Berlin.1Nachgefragt! (o.J.): Von klein auf über Rassismus sprechen. In: Nachgefragt!. Online unter: https://nach-gefragt.org/interviews/von-klein-auf-ueber-rassismus-sprechen (Zugriff am 03.08.2022).

Werdegang

Tebogo Nimindé-Dundadengar studierte Psychologie und hat langjährige Erfahrung als Seminar- und Workshopleiterin mit den Schwerpunkten Diskriminierung und Rassismus.2Nachgefragt! (o.J.): Von klein auf über Rassismus sprechen. In: Nachgefragt!. Online unter: https://nach-gefragt.org/interviews/von-klein-auf-ueber-rassismus-sprechen (Zugriff am 03.08.2022).

Tebalou

Zusammen mit Olaolu Fajembola gründete Tebogo Nimindé-Dundadengar 2018 Tebalou, einen Online-Spielwarenhandel, der diverses Spielzeug, Bücher, Mal- und Bastelmaterial und Lern- und Fördermittel für Kinder anbietet, so etwa Puppen unterschiedlicher ethnischer Herkunft oder Malstifte in unterschiedlichen Hauttönen. Laut den Gründerinnen bietet Tebalou Produkte an, „die von ethnischer Diversität, der Heterogenität von Familienmodellen, unterschiedlichen Religionen, jenseits von binären Geschlechterrollen bzw. stereotypen Darstellungen von Mädchen und Jungen erzählen.“3Digital Female Leader Award (2021): Olaolu Fajembola & Tebogo Niminde-Dundadengar. In: Digital Female Leader Award. Online unter: https://digital-female-leader.de/finalists21/olaolu-fajembola/ (Zugriff am 03.08.2022). Die Vision ihres Unternehmens führen die beiden ebenfalls auf ihrer Webseite aus:

„Unser Traum ist es, dass jedes Kind, unabhängig von Hautfarbe, Konfession, Familienkonstellation, Körperbau, Vorlieben, Wünschen und Träumen sich selbst erkennen kann und positive Bilder findet, in denen es sich spiegeln kann. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, indem wir die richtige Puppe, das passende Buch oder die geeignete Spielfigur anbieten.“4Tebalou (o.J.): About Us. In: Tebalou. Online unter: https://tebalou.shop/pages/ueber-uns (Zugriff am 03.08.2022).

In ihrer eigenen Kindheit in den 1980er Jahren gab es kaum Spielzeug, in denen sich die Gründerinnen selbst wiedergefunden haben.5Femtastics (2020): Die Gründerinnen von „tebalou“ setzen sich für Diversität im Spielzimmer und Anti-Rassismus ein. In: Femtastics, Beitrag vom 26.06. Online unter: https://femtastics.com/stories/tebalou/ (Zugriff am 03.08.2022).6Toys Kids (2023): Brennpunkt: Mehr Raum für mehr Vielfalt. In: Toys Kids, Beitrag vom 11.03. Online unter: https://www.toys-kids.de/insight/brennpunkt-mehr-raum-fuer-mehr-vielfalt/ (Zugriff am 03.08.2022). So beschreibt Tebogo Nimindé-Dundadengars Co-Gründerin Olaolu Fajembola:

„Ich hatte schon das Gefühl nicht immer dazu zu gehören, was Besonderes zu sein, also in gewisser Weise durch mein äußeres Erscheinungsbild auch besonders sichtbar zu sein, andererseits wiederum auch völlig unsichtbar, wenn es um Bücher und Spielsachen ging. Es gab eine Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung meiner äußeren auffälligen Erscheinung und den Büchern und Spielen. Dort fanden sich keine Schwarzen Heldinnen oder Figuren.“7Toys Kids (2023): Brennpunkt: Mehr Raum für mehr Vielfalt. In: Toys Kids, Beitrag vom 11.03. Online unter: https://www.toys-kids.de/insight/brennpunkt-mehr-raum-fuer-mehr-vielfalt/ (Zugriff am 03.08.2022).

Auch als die beiden später selbst Mütter wurden und auf der Suche nach Spielzeug waren, das ihre eigenen Kinder repräsentiert, wurden sie in Deutschland oft nicht fündig.8Toys Kids (2023): Brennpunkt: Mehr Raum für mehr Vielfalt. In: Toys Kids, Beitrag vom 11.03. Online unter: https://www.toys-kids.de/insight/brennpunkt-mehr-raum-fuer-mehr-vielfalt/ (Zugriff am 03.08.2022). Dabei ist Repräsentation auch immer eine Form der Wertschätzung.  Tebogo Nimindé-Dundadengar erklärt:

„Für die Kinder, die sich sonst nicht repräsentiert sehen, ist es eine Form der Wertschätzung, der Gleichwertigkeit. Es zeigt, dass auch sie gesehen werden und Teil der Welt sind. Und es eröffnet Möglichkeiten. Die Kinder sehen einen Protagonist, der aussieht wie sie und denken sich: ‚Ich könnte auch ein Held in einer Geschichte sein.‘ Das motiviert unheimlich.“9Dombrowsky, Julia (2021): “Mama, guck mal! Die Frau hat braune Haut!” – Wie zur Hölle bespricht man Rassismus mit einem Kleinkind? In: Watson, Beitrag vom 18.12. Online unter: https://www.watson.de/leben/interview/357525652-tebogo-niminde-dundadengar-ueber-kleinkinder-und-rassismus (Zugriff am 03.08.2022).

Für die Idee ihres diversen Online-Shops erhielten die Unternehmerinnen 2019 den Kultur- und Kreativpilot*innen-Preis der Bundesregierung und wurden mit dem Digital Female Leader Award in der Kategorie Diversity ausgezeichnet.10Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland (2019): Tebalou. In: Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland. Online unter: https://kultur-kreativpiloten.de/titeltraeger/tebalou/ (Zugriff am 03.08.2022).11Digital Female Leader Award (2021): Olaolu Fajembola & Tebogo Niminde-Dundadengar. In: Digital Female Leader Award. Online unter: https://digital-female-leader.de/finalists21/olaolu-fajembola/ (Zugriff am 03.08.2022). Über ihre Gründungsgeschichte sprachen die beiden Frauen im Magazin SHE works! – Das Wirtschafts- und Karrieremagazin für Frauen.12SHE works! (2020): Tebalou: Für mehr Vielfalt im Spielzimmer, Beitrag vom 17.11. Online unter: https://www.she-works.de/gruenderinnen-im-portraet/tebalou-fuer-mehr-vielfalt-im-spielzimmer/2020/11/17/ (Zugriff am 03.08.2023). Dass die Gründung eines Unternehmens in Deutschland für Frauen, insbesondere für Schwarze Frauen, viele Hindernisse mit sich bringt, diskutieren die beiden Gründerinnen in dem Essay „Unlearn Rassismus“ in dem Essayband Unlearn Patriarchy.13Nimindé-Dundadengar, Tebogo/Fajembola, Olaolu (2022): Unlearn Rassismus. In: Jaspers, Lisa/Ryland, Naomi/Horch, Silvie (Hg.): Unlearn Patriarchy. Berlin: Ullstein, ISBN 978-3-550-202193, S. 159–177.

Bücher

Zusammen mit Olaolu Fajembola schreibt Tebogo Nimindé-Dundadengar diversitätssensible und rassismuskritische Erziehungsratgeber und Kinderbücher. In Gib mir mal die Hautfarbe: Mit Kindern über Rassismus sprechen geben die beiden Autorinnen Tipps für eine antirassistische Erziehung.14Nimindé-Dundadengar, Tebogo/Fajembola, Olaolu (2021): Gib mir mal die Hautfarbe: Mit Kindern über Rassismus sprechen. Weinheim: Beltz, ISBN 978-3-407-86689-9. In dem Kinderbuch So schlafe ich! Und wie schläfst du? erzählen die beiden zusammen mit Paran Kim Gutenachtgeschichten, die vielfältige Familienmodelle aus unterschiedlichen Kulturen abbilden.15Nimindé-Dundadengar, Tebogo/Fajembola, Olaolu/Kim, Paran (2023): So schlafe ich! Und wie schläfst du? Hamburg: Carlsen, ISBN 978-3-551-17278-5.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • Nimindé-Dundadengar, Tebogo/Fajembola, Olaolu (2021): Gib mir mal die Hautfarbe: Mit Kindern über Rassismus sprechen. Weinheim: Beltz, ISBN 978-3-407-86689-9.
  • Nimindé-Dundadengar, Tebogo/Fajembola, Olaolu (2022): Unlearn Rassismus. In: Jaspers, Lisa/Ryland, Naomi/Horch, Silvie (Hg.): Unlearn Patriarchy. Berlin: Ullstein, ISBN 978-3-550-202193, S. 159–177.
  • Nimindé-Dundadengar, Tebogo/Fajembola, Olaolu/Kim, Paran (2023): So schlafe ich! Und wie schläfst du? Hamburg: Carlsen, ISBN 978-3-551-17278-5.
  • Nimindé-Dundadengar, Tebogo/Fajembola, Olaolu (2024): Mit Kindern über Diskriminierungen sprechen. Weinheim: Beltz, ISBN 978-3-407-86791-9. Erscheint im März 2024.

Weblinks

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